Varel Wir befinden uns auf der Polizeiwache in Varel. Hier arbeiten 65 Polizisten im Schicht- und Wochenenddienst – zumindest auf dem Papier. Krankheitsbedingt und mit einem riesigen Berg von 200 bis 300 Überstunden sind aber nur 50 verfügbar. Sie kümmern sich um die Verfolgung von Straftaten, Ordnungswidrigkeiten und die Abwehr von Gefahren.

Ablauf von Einsätzen

Oberkommissar Eugen Schnettler erklärt uns, wie Polizisten im Einsatz vorgehen, wenn es zu Konflikten kommt. Zuerst wird immer versucht, durch Reden zum Ziel zu gelangen. Kommt man damit nicht weiter, werden Zwangsmittel angedroht, führt auch das nicht zum Ziel, darf die Polizei einfache körperliche Gewalt anwenden, das heißt, eine Person mit bestimmten Griffen festhalten und in Gewahrsam nehmen. Bei einer Bedrohung wird auf das Reden verzichtet.

Wir wollen wissen, wie ein Polizist fit bleibt, um jemanden zu verfolgen und erfahren, dass das sportliche Training Privatsache ist. Der Dienstherr überprüft dann einmal im Jahr, ob der Kollege fit ist. Dazu sagt Herr Schnettler: „Wenn jemand wegrennt, kriegen wir den in der Regel, ansonsten holen wir den zuhause ab. Hier auf dem Lande wissen wir, wo die Leute wohnen.“

Varel ist zwar eine ländliche Polizeiwache und hat eine sehr niedrige Kriminalitätsrate, trotzdem ist die Arbeit der Polizei hier nicht ungefährlich. Vor uns auf dem Tisch liegt ein Schlagring, ein Schlagstock, ein Elektroschocker, ein Butterflymesser, ein Springmesser, ein Nunchaku und ein großes feststehendes Messer. Diese Waffen wurden von der Polizei bei Einsätzen sichergestellt. Unter den 65 Beamten der Polizeiwache Varel gab es schon lebensgefährliche Verletzungen im Einsatz. Darum nimmt die Eigensicherung stets einen wichtigen Platz ein und ist ein fester Bestandteil der Ausbildung.

Täuschend echte Waffen

Ein besonderes Problem stellen heutzutage täuschend echt aussehende Spielzeugwaffen dar. Legt man zum Beispiel eine Softairpistole, eine Gaspistole und die Dienstwaffe eines Polizisten nebeneinander, so ist selbst bei Tageslicht und ausführlicher Betrachtung kaum ein Unterschied zu erkennen. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie ein Polizist zum Beispiel bei Nacht, schnell eine sichere Beurteilung der Gefahr vornehmen soll. Darum sind solche Waffen verboten, wenn sie zur Bedrohung eingesetzt werden.

Wir sind von den Waffen beeindruckt und können uns vorstellen, dass die Arbeit eines Polizisten nicht ungefährlich ist, staunen aber nicht schlecht, als wir erfahren, dass die meisten Verletzungen und Schäden nicht im Kontakt mit Gesetzesbrechern, sondern durch Einsatzfahrten verursacht werden. Blaulicht und Martinshorn halten andere Autofahrer offensichtlich nicht davon ab, weiterzufahren.

Leitung:Erster Polizeihauptkommissar Rainer Schönborn

Zuständigkeit:Varel, Bockhorn, Zetel/ Neuenburg

Personal:65 Polizisten, davon 45 im Streifen- und Einsatzdienstdienst (Außendienst), 20 im Kriminalermittlungsdienst (Spurensicherung, Zeugenvernehmung, Akten anlegen, Kontakt zur Staatsanwaltschaft)

Dienststellen:Polizeidienststelle in Varel mit Wache, zwei Zellen, Blutentnahmeraum, Ausrüstungsraum sowie die Polizeistationen in Bockhorn und Zetel, die nachts von Varel aus vertreten werden.

Fuhrpark:2 Bullis, 3 Funkwagen, Zivilwagen und Fahrräder

Telefon  04451 92 30

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