Schortens „Hauptsache billig und es knallt“ – fasst Benjamin Tobias, ein Mitarbeiter des Jugendzentrums „Pferdestall“ in Schortens, in einem Interview die Auswahlkriterien für alkoholische Getränke von Jugendlichen zusammen.

Aus einer anonymen Umfrage in einem achten Jahrgang geht hervor, dass von 128 befragten 86 Jugendliche bereits im Alter zwischen zwölf und 13 Jahren Alkohol probiert haben. Viele der Jugendlichen können oder wollen dafür keine Gründe oder Motive benennen.

Alkohol probieren

Der Umfrage zufolge sei das beliebteste alkoholische Getränk bei Jugendlichen Bier, dicht gefolgt von Schnaps und Mischgetränken. Ein ähnliches Verhalten beobachtete Sandra Gudehus, Leiterin des Jugendzentrums in Schortens: „Leider Gottes fangen viele schon mit Wodka an. Manche tasten sich mit Mischgetränken ran“.

Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie die Jugendlichen, welche meist 13 bis 14 Jahre alt sind, an den Alkohol gelangen konnten. Bier darf erst an Personen ab 16 Jahren und “härterer“ Alkohol sogar erst an jene ab 18 Jahren verkauft werden.

Ein Großteil der Befragten gab an, an den Alkohol durch die eigenen Eltern oder ältere Freunde zu gelangen. Meist wird dieser am Wochenende und nur sehr selten unter der Woche konsumiert. Immerhin 32 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler wollen in der Zukunft weiterhin alkoholische Getränke trinken und es nicht bei dem einmaligen Ausprobieren belassen. Außerdem möchten 28 Prozent, die noch nicht getrunken haben, dies aus Neugier ausprobieren. 51 Schülerinnen und Schüler sind jedoch der Meinung, dass Alkohol uncool in ihrem Alter sei.

Hilfe im Gespräch

Was aber kann man tun, wenn Jugendliche zur Flasche greifen? „Wir versuchen Einzelgespräche zu führen.“ Erklärt Gudehus. Benjamin Tobias ergänzt: „Es ist situationsabhängig. Manchmal, wenn Gespräche nicht mehr funktionieren, rufen wir die Eltern beziehungsweise die Polizei an. Wenn es öfter vorkommt, finden auch noch weitere Gespräche statt.“ Sowohl in der Umfrage als auch im Interview wurde deutlich, dass die Jugendlichen die Risiken des so frühen Alkoholkonsums nicht kennen. „Vielen Jugendlichen ist es nicht bewusst, dass Alkohol in dem Alter schädlich für den Körper ist, da sich durch den Alkohol die Gehirnzellen nicht richtig entwickeln können“, sagt Tobias. Darüber hinaus berge ein Vollrausch auch kurzfristige Gefahren, wie beispielsweise die eingeschränkte Fähigkeit, die Gefährlichkeit von Situationen und Handlungen abzuschätzen, möglich sind aber auch Alkoholvergiftungen und vieles mehr. Im schlimmsten Fall könne sich eine Alkoholabhängigkeit entwickeln.

Die Recherche zeigt also, dass viele einfach nur neugierig sind, aber Alkohol durchaus schon bei einigen Jugendlichen „angesagt“ ist. So gehört für manche Jugendliche das Trinken bereits zur normalen Wochenendplanung.

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