Schortens Im Rahmen des Projektes „Zeitung in der Schule“ bekam die Klasse 8.4 der IGS Friesland Nord in Schortens Besuch von Maren Bartels. Sie ist Rettungsassistentin und Geschäftsführerin des Zweckverbundes ,,Gemeinsame Leitstelle Friesland-WHV“, welcher 2009 gegründet wurde.

Zur Leitstelle Friesland-WHV gehören 26 Freiwillige Feuerwehrwachen, zwei Berufsfeuerwehrwachen, zwölf Rettungswachen, drei NEF-Standorte (Notfalleinsatzfahrzeuge) und ein RTH-Standort (Rettungshubschrauber).

Ortung von Fahrzeugen

Großes Zukunftsthema ist bei der Leitstelle die Ortung von Fahrzeugen und Handys. Bisher ist es laut Bartels nicht möglich, alle Einsatzfahrzeuge im Falle von Einsätzen direkt zu orten, doch dies soll sich ab dem kommenden Jahr ändern. „Auch die Ortung der Opfer per Handy ist dann möglich. So können Einsätze am Strand oder im Wald besser bewältigt werden“, sagt Bartels.

Bei der Leitstelle Friesland-WHV arbeiten aktuell 27 teilabgeordnete Beamte der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven, elf tariflich Beschäftigte und ein IT-Administrator. Es gibt fünf Einsatzleitplätze, davon sind vier am Tag und zwei in der Nacht besetzt sowie zwei weitere Notfallabfrageplätze für besondere Einsatzlagen, bei denen es zu einer extremen Anzahl von Notrufen kommt. In der Zukunft werden die Personalzahlen voraussichtlich weiter steigen.

Insgesamt gibt es im Jahr etwa 120 000 Notrufe, wovon 50 000 ernsthafte Einsätze sind. Die restlichen sind ,,unnötige“ Anrufe oder mehrmalige Anrufe für nur einen Einsatz. Die häufigsten Notrufe beinhalten Schlaganfälle und Herzinfarkte.

Im Verkehr gibt es auch sehr viele Unfälle. Diese kommen vermehrt in den Zeiten von sechs bis neun und 15 bis 18 Uhr vor. Unter anderem passieren Unfälle mit LKW, die gefährliche Ladung transportieren. Besonders gefährlich sind die LKW, die zu einem Discounter fahren, da diese auch mit entzündlichen Waren wie Haarspray beladen sein können.

Es gibt drei verschiedene Notrufnummern: 112 für den Rettungsdienst, 116 117 für die Krankheitsprobleme, wenn der Hausarzt zurzeit nicht arbeitet und 19222 für ältere Personen; zum Beispiel nutzt das Altenheim diese Rufnummer, falls es dort zu gesundheitlichen Problemen kommt.

Bartels weist auf etwas sehr Wichtiges hin: Seit 2015 gibt es die W-Fragen bei einem Notruf nicht mehr. Jetzt werden nur noch die Fragen gestellt: 1. „Wo?“, 2. „Rückrufnummer?“, 3. „Name?“ und 4. „Was ist passiert?“ Nach spätestens einer Minute wird der Rettungswagen alarmiert, währenddessen werden weitere Fragen an den Anrufer gestellt.

Die Einsatzkräfte werden über einen Melder informiert, den sie bei sich tragen. Da die Erste Hilfe bei Einsätzen sehr wichtig ist, wird dies auch über das Handy vermittelt. Die jeweiligen Disponenten helfen den Personen am Telefon bei der Durchführung der Ersten Hilfe.

Auf den Inseln wie zum Beispiel Wangerooge gibt es auch Einsätze, bei denen der Arzt und manchmal auch der Hubschrauber zum Einsatz kommen. Es dauert etwa acht Minuten, bis der Hubschrauber vor Ort ist. Deswegen wird vor allem auch bei Herzinfarkten und Schlaganfällen eine Telefon-Reanimation durchgeführt, da die betroffenen Personen nach acht Minuten ohne Hilfe nur noch eine 20-prozentige Überlebenswahrscheinlichkeit haben.

Künstliche Intelligenz

Hinsichtlich der Zukunftsaussichten kann bald mithilfe der künstlichen Intelligenz über das Telefon festgestellt werden, ob die jeweilige Person beispielsweise einen Herzinfarkt hat, berichtet Bartels. Außerdem wird angestrebt, eine App zu entwickeln, bei der auch Gehörlose den Notruf betätigen können.

Der Rettungsdienst hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen, obwohl genau dieser Beruf Leben retten kann und daher essenziell ist, berichtet Bartels. Die Ausbildung beim Rettungsdienst dauert zwei bis drei Jahre. Daher richtet Bartels einen Appell an alle: „Traut euch und bewerbt euch für die vielfältigen Berufsmöglichkeiten beim Rettungsdienst!“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.