Brake Es ist Freitag. Die Klasse 10a der Pestalozzischule Brake besucht heute das Refugium Wesermarsch – einen Verein für interkulturelle Arbeit. Wir sind etwas aufgeregt und gespannt auf das, was uns erwartet.

Doris Ammermann, die Vorstandsvorsitzende des Vereins und weitere Mitglieder begrüßen uns herzlich mit Getränken und Keksen. Es fühlt sich an, wie auf einer Pressekonferenz. „Ich war überrascht, dass sich so viele Menschen für uns und unsere Fragen Zeit genommen haben“, freut sich Friederike Borchers.

In unserem Interview mit den Vereinsmitgliedern haben wir viel über die Arbeit und die verschiedenen Angebote des Refugiums erfahren.

Interessant war die Führung durch das Gebrauchtmöbelhaus. „Es ist echt klasse, dass es einen Ort gibt, wo gespendete Möbel und andere Haushaltswaren günstig angeboten werden. Wenn ich mal ausziehe, könnte ich mir dort auch etwas für meine Wohnung kaufen“, überlegt sich Tino Wolf.

Den Mädchen hat der Begegnungsgarten sehr gefallen. „Es hat Spaß gemacht, die Hühner zu füttern.“ findet Michelle Büsing. Celina Bohlken lacht: „Manchmal konnte ich die Hühner nicht von meinen Mitschülerinnen unterscheiden. Beide haben gegackert und sich über die geworfenen Brotkrümel gefreut.“

Am meisten beeindruckt hat uns jedoch unser Interview mit Gofar Kifle. Kifle ist ein Flüchtling aus Eritrea, einem kleinen Land im Norden Afrikas. Er ist durch Äthiopien, den Sudan und Libyen über das Mittelmeer nach Europa gekommen, zuerst nach Italien. Die Beschreibung seiner Erlebnisse auf der Flucht haben uns sehr mitgenommen. „15 Tage zu Fuß durch die Sahara. Kaum etwas zu Essen und zu Trinken. Zu sehen, wie andere Flüchtlinge den Weg nicht schaffen und sterben. Das ist echt grausam.“ findet Aylin Porschen.

Dass die Flucht viel Geld kostet, hätten wir nicht gedacht. Kifle erzählt uns, dass er während seiner Flucht von Betrügern hereingelegt worden sei. Er sollte noch mehr Geld bezahlen. Kifle hatte Angst, dass ihm ein Organ entnommen wird, falls er das Geld nicht aufbringen kann. Zum Glück konnte ihm seine Familie Geld schicken.

„Mich hat traurig gemacht, dass Herr Kifle seine Familie zurücklassen musste. Er hat eine Frau und vier Kinder. Die hat er jetzt seit drei Jahren nicht gesehen.“ meint Filiz Bal. Kifle hat berichtet, dass das Telefonieren schwer ist. Internet gibt es nicht in seinem Dorf. „Kein Whatsapp! Kein Snapchat! Kein Facebook! Kein Instagramm! Das können wir uns gar nicht vorstellen.“ ist Leon Pervölz überzeugt.

„Ich finde es interessant, dass Herr Kifle in Eritrea auch Weihnachten gefeiert hat, ähnlich wie wir, nicht mit Geschenken, aber mit der Familie.“ äußert Celina Bohlken. „Und nicht am 24. Dezember., sondern am 1. Januar,“ fällt Friederike Borchers dazu noch ein.

Kifle fühlt sich wohl in Deutschland. Besonders gut findet er, dass es hier Rechte und Regeln gibt. Das Wetter gefällt Kifle nicht so gut. Es ist ihm zu kalt. Kifle ist ein beeindruckender Mensch. Wir sind froh, dass wir ihn und seine Geschichte kennen lernen durften. Er hat uns sehr zum Nachdenken angeregt.

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