ZETEL „Den können sie auch an der Leine mit über den Markt nehmen.“ Mit diesen Worten hat Marktschreier Aal-Ole eine Kundin am frühen Mittwochvormittag zum Kauf eines Räucher-Aals überreden wollen. Doch hatte er bei dieser Kundin kein Glück: Sie stürzte sich zunächst lieber ohne Aal in das Marktgetümmel. Tausende Besucher nutzten wie sie den Abschlusstag des Zeteler Markts zum ausgiebigen Feiern.

Zeigte sich das Wetter auch Grau in Grau, so herrschte in der Ortsmitte Zetels sehr buntes Markttreiben. „So voll war es am Mittwochvormittag noch nie“, meinte ein Marktbesucher. Wenn er sich mal nicht irrte: Schon seit Jahren gilt der Mittwoch unter vielen Besuchen als Haupt-Markttag. „Es herrscht mehr Stimmung am Mittwoch“, meinte denn auch Enno Sies aus Accum (Schortens), der jedes Jahr zum Zeteler Mittwoch anreist. Wie er haben viele Grüppchen den Mittwoch zum gemeinsamen Marktbesuch auserwählt. Vivien und Daniela Onken aus Jever verbringen beispielsweise ihren jährlichen „Schwesterntag“ am Markt-Mittwoch in Zetel.

Fahrt in Stretch-Limousine

Seit 15 Jahren schon feiert Sandra Dierks aus Torsholt (Westerstede) mit ihren Freundinnen am Mittwoch auf dem Markt. „Da kann kommen was will“, weiß ihre Mutter Inge Dierks. Laut ihrer Aussage würde die Tochter dafür sogar eine Kündigung ihres Arbeitgebers riskieren. Zu diesem Markt-Mittwoch fuhr Sandra Dierks mit ihren Freundinnen äußerst stilvoll vor: Ein Chauffeur brachte die fünf Frauen in einer 8,5 Meter langen Stretch-Limousine von Torsholt direkt zum Zeteler Markt. Die Luxus-Fahrt war ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk, mit dem ein Freund der Familie, Rüdiger Porada, die bald 36-Jährige Sandra Dierks am Mittwochmorgen überraschte.

Ob zum zünftigen Frühschoppen im Festzelt, draußen an den Marktständen oder in den Fahrgeschäften – die Besucher genossen die Atmosphäre. Obwohl der Markt erst um 10 Uhr begann, waren die Gassen schon um 9.30 Uhr mit Menschen gefüllt. Schließlich war auch – traditionell am Mittwoch – Vieh-und Pferdemarkt – mit Start um 6 Uhr morgens. 60 Händler präsentierten ihre Tiere und Waren. Ein Feilschen per Handschlag gab es um das ein oder andere Pferd oder Pony. Auf diese Weise arbeiteten auch Jens Eilerts aus Aurich und Johann Buhr aus Müggenkrug, Wittmund, ihren Handel aus. Eilerts tauschte sein Absetzerfohlen, eine Stute, gegen einen dreijährigen Welsh-A Wallach von Buhr – nach minutenlangem Händeschlag.

Die meisten Blicke zog aber der fünf Monate alte Hengst Bibo auf sich, ein Falabella, hat er doch gerade mal ein Stockmaß von 45 Zentimetern. Für ihn und seine Artgenossen gab es jede Menge Streicheleinheiten, ebenso für viele andere Tiere auf dem Markt, darunter Kaninchen, Meerschweinchen und Mäuse ebenso wie Ziegen, Esel und Nutz- und Ziergeflügel, von Hühnern, Enten, Gänsen bis zu Schwänen.

Ausgelassene Stimmung

Bis in die frühen Morgenstunden genossen viele Besucher den letzten Markttag 2010 in Zetel. Nach Angaben der Polizei blieb es – bis Redaktionsschluss – „relativ ruhig“, so Hauptkommissar Ralf Becker aus Varel. „Es herrscht ausgelassene Volksfeststimmung“, so Becker – mit den üblichen, aber nicht gravierenden, Reibereien.

Informationen, Bilder und Videos rund um den Zeteler Markt

Anke Wöbken Varel / Redaktion Friesland
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