Zetel Die Versorgung der Jungen und Mädchen mit „gesundem Frühstück“ und Mittagessen in den kommunalen Kindergärten der Gemeinde Zetel ist in Gefahr. Die Fördervereine sehen sich nicht mehr lange in der Lage, ehrenamtlich die Verwaltung dieser Aufgabe mit Buchführung und Personalverantwortung zu leisten. Finanziell gibt es hingegen keine Probleme. Das haben Vertreter mehrere Fördervereine aus Zetel und Neuenburg am Montagabend im Schul-, Jugend- und Sozialausschuss der Gemeinde deutlich gemacht. „Dafür ist ein hohes Fachwissen erforderlich“, sagte Maren Bredehorn vom Förderverein des Kindergartens in der Grundschule Neuenburg. Es werde immer schwieriger, jemanden dafür zu finden. Die Eltern, die das Projekt „Essen in der Kita“ vor fünf Jahren ins Leben gerufen hätten, würden nun nach und nach aus dem Verein ausscheiden.

Wie Grünen-Ratsherr Jürgen Konrad erläuterte, hatte seine Fraktion bei der Gemeinde Zetel den Antrag gestellt, die Fördervereine zu entlasten und die 400-Euro-Küchenkräfte als hauswirtschaftliche Mitarbeiter der Gemeinde zu beschäftigen und nach Tarif zu bezahlen.

Darüber gab es innerhalb des Ausschusses unterschiedliche Ansichten, so dass das Thema zur Beratung in die Fraktionen gegeben wurde. Bürgermeister Heiner Lauxtermann meinte: „Gegen den Antrag kann man überhaupt nicht sein. Doch wir sehen uns nicht mehr in der Lage, das zu bezahlen.“ Die Gemeinde bezuschusse den Elementarbereich (Kindergärten, Grundschulen) mit 1,2 Millionen Euro im Jahr. Die neue Krippe Ehmenkamp mit sechs Mitarbeiterinnen koste die Gemeinde 200 000 Euro jährlich. „Wenn wir die Küchenkräfte übernehmen und nach Tarif bezahlen sollen, müssen wir über höhere Steuern, höhere Kita-Gebühren oder höhere Preise für das Mittagessen reden“, so Lauxtermann. Auf jeden Fall müsse mehr Geld eingenommen werden. Er erwartet nun ein Signal aus der Politik.

Auch Hans Bitter (SPD) fragte, wie das finanziert werden soll. „Wir können den Personalkörper der Gemeinde nicht weiter aufblähen. Wir haben das gesunde Frühstück und das Mittagessen so lange finanziell unterstützt wie es ging.“

Jörg Mondorf (CDU) stimmte Bitter zu. Die Gemeinde sei jetzt schon ein großer Arbeitgeber. „Wir müssen die Kosten im Auge behalten.“ Er schlug vor, dass vom Kita-Essen vornehmlich diejenigen profitieren sollten, die auch Mitglied im Förderverein sind. „Warum sind nur 20 Prozent der Eltern Mitglied?“ Für die Zukunft sollten Gemeinde und Fördervereine eine gemeinsame Lösung finden. Eine personelle und finanzielle Entlastung der Fördervereine sei sinnvoll.

Nach Ansicht von Ulf Lange (CDU) sollten sich die Fördervereine auf ihre eigentlichen Aufgaben in den Kindergärten konzentrieren können, also auf Geselligkeiten und Aktionen mit den Eltern und Kindern sowie darauf, einmalige Anschaffungen zu bezuschussen. Das sehen auch die Grünen so.

Aus Sicht von Lauxtermann sei auch eine Catering-Lösung in den Kindergärten möglich. Doch Ulf Lange hält die Küchenkräfte als wichtige Bezugsperson für die Jungen und Mädchen in den Kindergärten für wichtig. „Die Kinder sind teilweise beim Kochen dabei und sehen, wie Essen zubereitet wird. Das ist wichtig.“

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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