Zetel Die Gemeinde Zetel und die Fördervereine der Kindertagesstätten (Kitas) haben sich auf einen Kompromiss hinsichtlich der Beschäftigung der Hauswirtschafterinnen in den Kitas geeinigt. Dieser Vorschlag der Verwaltung stieß am Mittwochabend auch im Schul-, Jugend- und Sozialausschuss einhellig auf Wohlwollen.

Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Gemeinderat berät das Personalamt der Gemeindeverwaltung die Fördervereine ab nächstes Jahr bei arbeitsrechtlichen Fragen und Arbeitsverträgen. Die Personalbuchhaltung wird an einen Steuerberater abgegeben. Die Kosten von 1000 Euro im Jahr übernimmt die Gemeinde. Ferner wird der Stundenlohn der Hauswirtschafterinnen auf 8,50 Euro erhöht. Er beträgt derzeit 5,50 beziehungsweise sechs Euro.

14 000 Euro Mehrkosten

Die Mehrkosten von knapp 14 000 Euro im Jahr teilen sich die Gemeinde über eine Erhöhung des Zuschusses an die Fördervereine und die Eltern über eine Erhöhung des Kostenbeitrages für Frühstück und Nachmittagssnack von zehn aus zwölf Euro im Monat an den Förderverein. Ferner wird der Beitrag für das Mittagessen um fünf auf 45 Euro im Monat erhöht. Die Gemeindeverwaltung hält diesen Betrag für vertretbar, koste das Mittagessen in den von einem Cateringservice belieferten Kitas 60 Euro pro Monat. Der Gesamtzuschuss der Gemeinde für das Angebot „gesunde Ernährung“ beläuft sich nach der Erhöhung um 7000 Euro auf 27 400 Euro.

Hintergrund der seit Monaten laufenden Diskussion ist die Sorge der Fördervereine, in Zukunft das „gesunde Frühstück“, das Mittagessen und den Nachmittagssnack in den kommunalen Kindergärten nicht mehr anbieten zu können. Die Fördervereine sehen sich nämlich nicht mehr lange in der Lage, ehrenamtlich die Verwaltung dieser Aufgabe mit Buchführung und Personalverantwortung zu leisten. Es wird offenbar immer schwieriger, unter diesen Bedingungen Vorstandsämter zu besetzen. Finanziell gibt es hingegen keine Probleme, heißt es.

Daher hatten die Grünen beantragt, die Fördervereine zu entlasten und die auf 450-Euro-Basis engagierten Hauswirtschafterinnen als Mitarbeiter der Gemeinde zu beschäftigen und nach Tarif zu bezahlen. Dieses Ziel streben die Fördervereine auch weiterhin an, wie Wiebke Schröder (Förderverein Kita Neuenburger Schloss), Joachim Brachthäuser (Förderverein Kita Südenburg Zetel) und Maren Bredehorn (Förderverein Kita in der Grundschule Neuenburg) im Ausschuss betonten. „Wir sind erst einmal froh, dass die Hauswirtschafterinnen den Mindestlohn von 8,50 Euro bekommen“, meinte Brachthäuser und sprach von einem „bislang schlechten Gewissen“ innerhalb des Fördervereins.

Der Bürgermeister machte deutlich, dass der Zuschussbedarf der Gemeinde für die Kindergärten an der Grenze des Machbaren angelangt sei. Bei weiteren Kostensteigerungen müsse die Einnahmeseite verbessert werden. Lauxtermann kann sich den Erhalt dieses Essenangebotes in Zukunft nur unter der Bedingung vorstellen, dass sich die Eltern weiterhin engagieren.

Jürn Müller (CDU) erinnerte daran, dass Ehrenamt auch etwas mit Verantwortung zu tun habe. Den müssten sich die Eltern stellen. Er bewertete die Entwicklung des Essenangebotes in den Kindergärten als positiv und nannte das Verhältnis zwischen Fördervereinen und Gemeinde partnerschaftlich.

Wichtige Bezugsperson

Ulf Lange (CDU) bezeichnete die Küchenkräfte als wichtige Bezugspersonen für die Jungen und Mädchen in den Kitas. Die Kinder seien teilweise bei der Zubereitung der Mahlzeiten dabei und deckten auch mal den Tisch. Das Frühstück sei daher nicht nur unter dem Aspekt der gesunden Ernährung zu sehen, sondern habe auch einen sozialen Charakter.

Wilhelm Wilken (Grüne) sieht die Gemeinde mit dem Angebot als Vorreiter. Deshalb sollte sie sich auch um einen fairen sozialen Ausgleich bemühen. Die Gemeinde sollte die Mehrkosten übernehmen und nicht anteilig den Eltern aufbürden. Zudem sollten alle Mitarbeiter in den Kitas nach Tarif bezahlt werden. Deshalb halten die Grünen an dem Ziel einer Übernahme der Hauswirtschafterinnen durch die Gemeinde fest. Der jetzige Vorschlag sei aber erst einmal ein guter Kompromiss.

Der Bürgermeister kritisierte, dass häufig die Gemeinde in die Verantwortung genommen werde, im Grunde aber das Land angesprochen werden müsse. Zetel gehe schon über das gesetzliche Maß hinaus. Lauxtermann sieht in der Arbeit der Erzieherinnen eine pädagogische Aufgabe. Deshalb müssten sie eigentlich wie die Lehrer vom Land bezahlt werden.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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