Bohlenbergerfeld Am Wochenende konnten Interessierte auf Entdeckungsreise in die eigene Vergangenheit gehen, der Familienkundliche Stammtisch Jeverland hatte ins Schulmuseum eingeladen. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft zur Familiengeschichtsforschung verfügen über einen „riesigen Informationsschatz“, mit dem sie Interessierten bei der Suche nach den eigenen Vorfahren helfen. 1997 hatten einige Genealogen (Ahnenforscher) begonnen, Ort- und Familienchroniken aus dem Jeverland und angrenzenden Gebieten zu archivieren. Dazu werteten sie beispielsweise Ortssippen- und Kirchenbücher, alte Verträge und Rechnungen oder auch Aufzeichnungen der Vormundschaftsgerichte aus. Eine Familie konnte bis zum Jahr 1581 zurückverfolgt werden. „Da kommt der heutige Mensch auf über 4000 direkte Vorfahren seit dieser Zeit“, rechnete Stammtischleiter Heino Albers vor. Auch die sich aus der Forschung ergebenden Völkerwanderungen (wie beim 30-järigem Krieg). Auswanderergeschichten aus dem 19. Jahrhundert machen dieses Hobby spannend. Während der Ausstellung stellte der Stammtisch seine Arbeit vor. Auf Informationstafeln konnten die Besucher den Stammbaum einiger Familien verfolgen und sehen, wo diese Daten aufgefunden wurden. Einige fingen auch gleich an, die dicken Bücher zu wälzen, um vielleicht etwas über ihre Familie zu erfahren. Doch ohne die Hilfe der Genealogen ist es schwierig, sich in der Vergangenheit zurechtzufinden. Diese kostenlose Hilfe hatte auch Eberhard Alfred Franke vor einigen Jahren in Anspruch genommen. Er wurde 1939 in Berlin geboren, kam durch die Marine nach Wilhelmshaven und ist hiergeblieben. Eines Tages begann er, sich für seine Familiengeschichte zu interessieren und konnte sie bis zum Jahr 1833 zurückverfolgen. In dem alten Dokument, dass er damals entdeckte, stand der Hinweis, dass diese Person mit dem Mathematiker Adam Riese verwand sei. Da ließ er nun nicht locker und wollte es genau wissen. Mit Hilfe des Stammtisches hat er es heute schwarz auf weiß: Er ist Nachfahre des Rechenmeisters in der 14. Generation. „Ich hatte beruflich auch mit Mathematik zu tun, das muss wohl am Blut liegen“, scherzte Franke.

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