Zetel Knapp dreißig Jugendliche im Alter zwischen elf und zwanzig Jahren hatten sich vor einem Jahr beworben, Mitglied des Jugendparlaments zu werden. Elf Sitze hat ein Jugendparlament – die waren schnell vergeben, und es gibt eine entsprechend lange Warteliste. Die Jugendlichen der Gemeinde wollen eben mitreden, und nicht nur zuhören.

„Viele junge Leute glauben, dass ihnen niemand zuhört, und dass sie nichts bewegen können. Aber das stimmt nicht: Als Mitglied des Jugendparlaments kann man etwas bewegen“, sagt die 16-jährige Sarah Ritter. Sie ist zweite Vorsitzende und beginnt nun eine Lehre als Friseurin.

Neue Seilbahn

Und das Jugendparlament hat bereits etwas in Bewegung gesetzt: Die Mitglieder wollen, dass auf dem Spielplatz Am Teich eine Seilbahn für die Kinder gebaut wird. Um das zu erreichen, haben sie einen Antrag an die Gemeinde formuliert, der im September im Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Soziales behandelt werden soll. „In diesem Ausschuss wollen wir dann Präsenz zeigen, damit die Politiker und auch die Öffentlichkeit uns ernst nehmen“, sagt der Vorsitzende des Parlaments, der 18-jährige Leonard Sarnow.

Demnächst wollen die Jugendlichen auch die Sorgenkästen in den Schulen anbringen. Bei der Eröffnungsfeier der Ferienpass-Aktionen im Zeteler Naturbad hatten sie die Kästen von Kindern bemalen lassen. Mit einem Stand waren sie auf der Feier präsent.

Nun beschäftigen sich die Jugendlichen schon mit dem nächsten Thema: Graffiti-Wall und Skater-Bahn. Dieser Jugendkultur-Szene würde das Parlament gern Angebote machen. Aber Leonard Sarnow und seine Mitstreiter sind realistisch: Bevor sie beantragen, dass im Gemeindegebiet eine sogenannte Half-Pipe für Skater, Inline- und BMX-Fahrer aufgestellt wird, wollen sie herausfinden, wie groß das Interesse der Jugendlichen daran tatsächlich ist. Und das geht so: Das Parlament will Fahrten zu Skateranlagen in der Region organisieren, und anhand der Beteiligung an den Fahrten einen Eindruck davon bekommen, wie viele aktive Skater es in der Gemeinde überhaupt gibt. Es hat schon einmal eine sogenannte Quarter-Pipe, also sozusagen eine halbe Halfpipe, in der Gemeinde gestanden, die wurde aber sehr wenig zum Skaten, sondern mehr zum Herumlungern genutzt.

Skater einladen

Doch Jugendkulturen sind Wiedergänger: Mal sind sie groß in Mode, mal weniger. Wie hoch das Interesse am Skaten im Moment ist, will das Jugendparlament herausfinden. Das Thema Skater-Anlage steht auch auf der Tagesordnung der nächsten öffentlichen Sitzung des Jugendparlaments. Jeder, der mitreden, oder einfach mal hereinschauen will, ist willkommen: am 8. September ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

Auf mehr Interesse der Öffentlichkeit hoffen die Parlamentsmitglieder. „Wir haben uns mit den Mitgliedern vom Friedeburger Jugendparlament getroffen. Und sie haben gesagt: Das größte Problem ist, wenn das Gremium nicht bekannt ist. Deswegen ist es im Moment unser Hauptaugenmerk, auf uns aufmerksam zu machen“, sagt Henri Fangmann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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