Bewohner von Altbauten setzen immer häufiger auf eine solide Sanierung mit entsprechenden positiven Effekten: zum einen auf den Klimaschutz, zum anderen auf die Wertsteigerung der Immobilie. Ein wichtiger Bereich ist dabei das Dach.

Wer mit dem Gedanken spielt, seine eigenen vier Wände zu sanieren und Wärmeverluste zu vermeiden, hat bei der Dämmung im oberen Hausbereich zwei Möglichkeiten: Entweder die Dachkonstruktion oder das Obergeschoss wird gedämmt.

Für einen Teil der Eigentümer gibt es sogar eine Pflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke. Denn das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt diesen Schritt für alle Immobilienbesitzer vor, die nach dem Jahr 2002 in ihr Eigenheim eingezogen sind. Ausgenommen von der Regelung sind allerdings Dachdecken, die bereits einen sogenannten Mindestwärmeschutz haben.

Bei Bedarf einen Energieberater kontaktieren

Bis zu 35 Prozent der Wärmeenergie können nach Angaben des Verbandes Wohneigentum bei einem schlecht sanierten Dach verloren gehen. Betroffene Hausbesitzer sollten sich daher mit dem Thema beschäftigen und beraten lassen. Schließlich profitieren Bewohner nicht nur im Winter von einer gut gedämmten Gebäudehülle, sondern auch an heißen Sommertagen, indem sie vor Überhitzung schützt.

Übrigens: Für die Dachdämmung besteht momentan die Möglichkeit, finanzielle Zuschüsse zu erhalten. Seit Anfang 2021 sind die bundesweiten Förderungen neu geregelt. Neben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für Förderprogramme zuständig. Die BAFA nimmt dabei auch Zuschussanträge für Einzelmaßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung an. Das entsprechende Förderprogramm heißt „Bundesförderung für effiziente Gebäude” (BEG). Die KfW hingegen bietet zinsgünstige Förderkredite an, sofern die eigenen finanziellen Mittel derzeit für die Sanierung nicht ausreichen.

Auf die Nutzung kommt es an

Vor einer Sanierung müssen sich die Eigentümer überlegen, wie sie das Obergeschoss künftig nutzen möchten: ob als zusätzlichen Wohn- beziehungsweise Hobbyraum oder als reinen Stauraum. Je nach Vorliebe bieten sich unterschiedliche Dämmvarianten an. Auf jeden Fall sollte dann der gesamte Raum – mit besonderem Fokus auf den Fußboden sowie die Dachschrägen – berücksichtigt werden.

Wird der Raum nicht als Wohnfläche verwendet, genügt in der Regel eine Dämmung der obersten Geschossdecke. Diese Nachrüstung ist für begehbare und bisher ungedämmte obere Decken nach der Energieeinsparverordnung 2009 auch vorgeschrieben.

Welche Dämmvarianten kommen in Betracht?

Bei der oftmals durchgeführten Zwischensparrendämmung wird die Dämmmasse zwischen den Dachsparren von innen oder außen verlegt. Diese Variante ist einfach umsetzbar und vergleichsweise kostengünstig. Meist werden ein flexibler Klemmfilz, Matten oder Rollen – zum Beispiel aus Steinwolle, Hanf und Schafswolle – angebracht. Die Untersparrendämmung umfasst hingegen lediglich eine Montage des Materials unter den Sparren. Sie wird in der Regel gewählt, wenn die Dämmung nachgerüstet oder verstärkt werden soll.

Doch nicht alle Stoffe lassen die Hitze im Sommer draußen. Die meisten Bauherren entscheiden sich für anorganische Dämmstoffe wie Glas- oder Steinwolle. Beide Stoffe verhindern Erwärmung wie auch Abkühlung gleichermaßen.

Es gibt zudem eine ökologische Alternative: Zellulose. Die Fasern aus Altpapier, die mit Brandschutzzusätzen angereichert werden, stehen den Sanierern entweder als mithilfe von Wasserdampf gepresste Dämmplatten oder in loser Form zum Einblasen in die Zwischenräume zur Verfügung. Zellulose ist umweltfreundlich und bietet gute Eigenschaften zum Dämmen sowie gegen hohe Temperaturen im Sommer.

Nicht zuletzt ist der organische Stoff resistent gegenüber Schimmel und Ungeziefer. Obendrein ist Zellulose günstiger als andere natürliche Dämmstoffe und auch deshalb beliebt.

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