Höchste Spülkraft, entfernt bis zu 100 Prozent Fett, kraftvoll gegen Kalk und Schmutz, Extraglanz und Sauberkeit, porentiefe Reinheit… – die Werbeslogans für Reinigungsmittel halten durchaus, was sie versprechen. Was aber passiert, wenn die aufnahmefähige Lauge durch die Abflüsse von Spüle, Waschbecken, Dusche, Wanne oder Waschmaschinenrohre unsichtbar verschwindet und den Weg in den öffentlichen Abwasserkanal sucht?

Unsichtbare Prozesse

Das offenbart sich spätestens, wenn das Wasser nicht mehr richtig abfließt oder ein Abfluss gar komplett verstopft, weil sich Haare, Essensrest oder anderer grober Dreck angesammelt und festgesetzt hat. Chemie, natürliche Hausmittel, Saugglocke oder gar Rohrspirale mögen als Ersthilfe dienen, eine Verstopfung ist jedoch ein schleichender Prozess, allmähliche Ablagerungen in Ton- oder Kunststoffrohren ein durchaus natürlicher Vorgang. Aber: er entzieht sich unserer Wahrnehmung jenseits der Abflüsse nach dem Prinzip aus den Augen, aus dem Sinn.

Um eines Tages keine böse Überraschung mit kostspieligen Folgeschäden zu erleben, lässt sich dank neuester Wartungstechnik und im Verhältnis wenig Aufwand einfach vorbeugen. „In Altbauten sollten die Abwasserrohre am besten jährlich, in Neubauten spätestens im 5-Jahres-Rhythmus kontrolliert werden. Dank einer kombinierten Pump- und Spültechnik, Kameraführung und Ortungsprogramm sind Hausbesitzer auf der sicheren Seite“, erklärt Lars Wübbenhorst. Dank eines neuen Spezialfahrzeuges, das seit Oktober 2018 bei Wübbenhorst (Bockhorn, Landkreis Friesland) im Einsatz ist, erfordert eine präventive Wartung wenig Aufwand.

Spezialkamera spürt Schäden frühzeitig auf

Ausgangspunkt ist der Kontrollschacht auf dem Grundstück, unter dem sich die Grundleitung für das Abwassersystem in die öffentliche Kanalisation befindet. Bei Altbauten ist er oft noch mit einer Betonplatte abgedeckt, während Immobilien neueren Datums einen runden Deckel haben. Von hier aus lässt sich ein Spülvorgang mit 120 Bar starten, der schnell zeigt, ob nur gewöhnliche Ablagerungen oder eine Verstopfung vorliegen. Mit Hilfe einer lenkbaren Kamera mit integriertem Spülkopf bleibt den Fachleuten auf maximal 120 Metern nichts verborgen. Sie lässt sich auch durch Bögen und verwinkelte Abzweigungen steuern; ein integrierter Meterzähler und Orter sorgen für präzise Angaben einer möglichen Schadensstelle. Im akuten Notfall wird auch vom Anschlussrohr innerhalb der Wohnung mit Spül- bzw. Saugtechnik vorgegangen. Dies gilt auch für den Fall von Überschwemmungen beispielsweise durch Starkregen.

Regelmäßige Wartung zu empfehlen

„Besonders häufig setzen sich Küchenabflussrohre im Laufe der Zeit durch die Fettablagerung zu“, weiß der 21-jährige Junior-Chef. Das gelte nicht nur für die alten Tonrohre, sondern auch für Hochtemperatur (HT)- oder Kanalgrund (KG)-Kunststoffrohre, die seit etwa 15 Jahren verbaut werden. „Wir empfehlen eine jährliche Reinigung“, ergänzt sein Kollege Jens Lübben mit 30jähriger Berufserfahrung im Kanal- und Rohrbau. Was dem Experten in seiner beruflichen Laufbahn schon alles in Sachen Verstopfung begegnet ist, darüber könnte er viele, nicht immer appetitliche Geschichten erzählen und beschränkt sich auf eine kuriose Begebenheit mit einer hochkant verkeilten Gabel in einer Tonrohrmuffe. Die alten Steinzeugrohre seien besonders kritisch, da sie nicht nur im Laufe der Jahre versacken können, sondern die Muffen häufig auch Spielraum für Sand und Wurzelwerk sind. Eine Wurzelfräse kann – allerdings nur in geraden Leitungen – vorübergehend für Abhilfe sorgen.

Vorsorge ist besser als ein Notfall, der zudem meist zum ungünstigen Zeitpunkt auftritt. Eine regelmäßige Kontrolle ist sehr empfehlenswert.


     www.rohrreinigung-wuebbenhorst.de 
Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
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