München Mit über 50 nochmal bauen? Warum nicht: Zum einen ist man gerüstet für das Leben im Alter. Und zum anderen haben altersgerechte Häuser einen guten Wiederverkaufswert. Sechs Tipps zur Planung:

 Mitten im Leben bauen: „Eine gute Verkehrsanbindung, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Kultur und ein angenehmes soziales Miteinander sind wichtig“, sagt Maria Böhmer von der Beratungsstelle Barrierefreiheit der Bayerischen Architektenkammer. „Je älter die Menschen werden, desto mehr Zeit verbringen sie zu Hause und in ihrem unmittelbaren Umfeld.“

 100 Quadratmeter maximal: Weil nur noch ein bis zwei Personen im Haushalt leben, kann das neue Zuhause deutlich kleiner ausfallen. „Älteren Paaren reichen meist 100 Quadratmeter oder sogar noch weniger“, sagt Böhmer. Aber zu klein darf es auch nicht sein, wenn es für die Familie und andere Besucher offen stehen soll. „Soll ein Gästezimmer eingeplant werden? Brauchen die Partner Rückzugsmöglichkeiten wie getrennte Schlafzimmer, Hobby- oder Lesezimmer? Solche Fragen müssen im Vorfeld geklärt werden“, rät Böhmer.

 Mit Einliegerwohnung: Lassen es Grundriss und Budget zu, ist der Bau einer Einliegerwohnung denkbar. „Falls die Bewohner im höheren Lebensalter Hilfe benötigen, kann dort eine Pflegekraft wohnen“, sagt Frank Leyhausen von der Deutschen Seniorenliga. Oder durch die Vermietung entsteht eine zusätzliche Einnahmequelle.

 Nur ein Stockwerk: Auch wenn die Bauherren mit 50 plus fit sind, sollten sie die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte im Blick haben. Böhmers Tipp: „Günstig ist es, auf einer Ebene zu bauen. Dann entfällt das Treppensteigen.“ Und sparen lässt sich auch, wenn man auf den Keller verzichtet. „Waschmaschine und Trockner sind ohnehin besser im Erdgeschoss aufgehoben“, meint Leyhausen. Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau hält für Ältere den eingeschossigen Bungalow für ideal. „Der kann je nach Lebenslage leicht den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden.“ Denn es sind keine tragenden Wände vorhanden, die die Gestaltung der Innenräume einschränken.

 Zwei Bäder: Mehrgeschossige Häuser sollten für das Leben im höheren Alter so präpariert sein, „dass es im Bedarfsfall möglich ist, unkompliziert in die untere Etage zu ziehen“, sagt Leyhausen. Dazu gehört, dass oben und unten jeweils ein vollwertiges Badezimmer eingebaut wird.

 Gerade Treppe oder Aufzug einplanen: „Die Treppen sollten möglichst gerade und schnörkellos sein“, erklärt Leyhausen. Wendeltreppen bergen Sturzgefahren. Außerdem lassen sich an geraden Treppen leichter Treppenlifte anbringen. Alternativ kann ein Aufzug installiert werden. Da sie sich fernsteuern lassen, können auch Gegenstände nach oben oder unten geschickt werden.

Ein Modulhauskann sich als Variante für eine Seniorenwohnung anbieten. In klassischer Holzständerbauweise wird es komplett in der Produktionshalle eines Anbieters gefertigt und in einem Stück geliefert. Um in der Nähe der Familie zu wohnen, könnte das Hausmodul an das Einfamilienhaus der Kinder angebaut wird.

Der Innenausbaueines Hauses fürs Alter sollte Gefahrenstellen von vornherein ausschließen. „Ein guter Architekt wird es so offen und großzügig wie möglich gestalten“, betont Maria Böhmer von der Beratungsstelle Barrierefreiheit der Bayerischen Architektenkammer. Dazu gehören kurze Wege, wenig Ecken und Kanten. Alle Türrahmen sind so breit, dass man mit einem Rollstuhl durchfahren kann. Manche Türen können auch einfach weggelassen werden. Bad und Küche sollten barrierefrei sein. Das kommt nicht nur Leuten mit Handicaps zugute: „Bodengleiche Duschen sollten in jedem Haus vorhanden sein, egal ob ältere oder jüngere Menschen darin leben“, findet Böhmer.

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