Köln Weniger einzelne Trends und Entwicklungen bei Farben, Materialien und Formen stehen im Mittelpunkt, sondern vielmehr Wohnkonzepte, erläutert Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie anlässlich der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne. Folgende Leitmotive sind zu beobachten:

 Wohnbereiche gehen fließend ineinander über: Der offene Wohnraum ist längst Realität. Doch das scheint nur ein Evolutionsschritt zu sein: Die fehlenden Wände sind eine Chance, auch die gestalterischen und praktischen Grenzen aufzulösen. „Das starre Festhalten an Räumen wird es nicht mehr geben“, prognostiziert IMM-Sprecher Markus Majerus. Gestalterisch heißt das konkret: Die Hersteller lassen Küchenmöbel mehr und mehr wie Schränke und Sideboards im Wohnzimmer aussehen. Beide verbinden bestenfalls gemeinsame Farb- und Stilbezüge – für den nahtlosen Übergang der Funktionsbereiche vom Herd bis zur Couch.

 Trend 2: Reduzierte Formensprache: Viele Designer reduzieren ihre Entwürfe gestalterisch auf ein Minimum und vereinfachen die Formen stark. Solche Möbel sind entweder eine Abkehr vom Dekor oder gerade dazu da, Dekorationen und Accessoires in Szene zu setzen. Dazu passen die vielen Wiederauflagen alter Designs, die sich weiter großer Beliebtheit erfreuen. Thonet zeigt in Köln zum Beispiel den Kaffeehausstuhl 214 von 1859, der überarbeitet worden ist – ein Möbelstück aus nur sechs Bauteilen, zehn Schrauben und zwei Muttern. Viele Sofas sind geradezu zierlich und stehen auf sehr schmalen Füßen.

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 Trend 3: Sich eine gemütliche Höhle schaffen: Gemütlichkeit bleibt ein Thema, das viele Menschen sehr bewegt. „Bei allen Veränderungen in der Gesellschaft ist das Zuhause ein Nest“, sagt Geismann. Während man sich im Alltag immer mehr vernetzt und immer schnell unterwegs ist, braucht man daheim Ruhe und Abstand. Und dort lieben die Menschen kuschelige Teppiche und Kissen, Dekorationen und Möbel mit weichen, runden Formen. Dazu passt, dass sich die Technologien für das Smart Home zwar vermehrt im Haus breit machen und selbstverständlicher werden, allerdings eher im Hintergrund funktionieren.

 Trend 4: Naturmaterialien: Holz erlebt weiter einen Boom. „Bei größeren Möbeln sind ohnehin nachwachsende Materialien beliebt“, erklärt Geismann. Jetzt seien sie sogar auch insgesamt erneut im Trend. Ebenso beliebt ist bei Designern derzeit Stein – etwa für kleine Beistelltische. So offensiv wie noch vor ein paar Jahren wird zwar nicht mehr über Nachhaltigkeit und Natürlichkeit gesprochen, betont IMM-Sprecher Majerus. Aber nur, weil sie eigentlich auch schon vorausgesetzt würden.

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