Köln /Bad Honnef Neue Möbel riechen erst mal etwas streng. Doch das ist völlig normal, erklärt Daniel Tigges, Geschäftsführer des eco-Instituts, einem Labor für Innenraumanalytik. Leim, Kleber, Lacke und andere Beschichtungen dünsten zunächst aus.

Zwei bis drei Wochen sollte man neuen Möbeln Zeit geben, ihren Geruch loszuwerden, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Dafür reiche es, wenn sie an ihrem Platz in der Wohnung stehen und ausreichend gelüftet wird. Hilfreich ist es, sie mehrmals mit einem in Essigwasser befeuchteten Tuch auszuwischen.

Verzieht sich der Geruch aber nach mehreren Wochen nicht, ist das ein Grund für eine Reklamation. „Auch gesundheitliche Symptome wie brennende oder tränende Augen, juckende Haut oder Niesen müssen Kunden nicht hinnehmen“, betont Geismann. Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland ergänzt Symptome wie Atemwegsreizungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen und allgemeine Abgeschlagenheit.

„Materialtypische Gerüche, zum Beispiel bei einer Ledercouch, sind meist selbst über einen längeren Zeitraum für den Menschen unproblematisch“, sagt Diekmann. Aber auch er betont: Sind die Gerüche stechend oder beißend und nach Wochen trotz ausgiebigem Lüften nicht verschwunden, sollte man unbedingt Kontakt zum Hersteller aufnehmen und ihn mit dem Mangel konfrontieren.

Denn wenn Schränke oder Betten, aber auch neue Bodenbeläge über längere Zeit unangenehm riechen, könnte das an gesundheitsgefährdenden Stoffen liegen, warnt das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) in Marburg. Ein häufiger Schadstoff in Innenräumen ist etwa Formaldehyd, das bei Zimmertemperatur gasförmig ist und von der Weltgesundheitsorganisation WHO als krebserregend eingestuft wurde. In niedrigerer Konzentration ist es weiterhin in Holzwerkstoffen wie Spanplatten und Sperrholz enthalten.

„Am besten ist es, im Möbelgeschäft nachzufragen, wo und wie die Möbel hergestellt und welche Stoffe verwendet wurden“, rät Ursula Geismann. Orientierung geben Verbrauchersiegel wie der „Blaue Engel“, „Textiles Vertrauen“ nach dem Oeko-Tex-Standard, das „Goldene M“ der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel und das GS-Zeichen, das für geprüfte Sicherheit steht. Entsprechende Produkte halten nicht nur die Maximalwerte an Schadstoffemission ein, sondern gehen sogar über die Anforderungen hinaus. Geismann rät zudem zum Vertrauen auf den eigenen Eindruck: „Es kann nicht schaden, im Möbelhaus mal die Nase in einen Schrank zu stecken. Riecht es dort schlecht, sollte man lieber Abstand nehmen“, sagt sie. „Wie soll es dann erst bei Möbeln sein, die nicht als Ausstellungsstücke an der Luft stehen?“


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