Bonn /Essen /Mainz Schon heute gehören E-Tankstellen vor Bürogebäuden oder Supermärkten zum Straßenbild. Praktischer dürfte für viele Verbraucher jedoch das Aufladen über Nacht in der heimischen Garage oder unter dem Carport sein.

Mit einer üblichen Außensteckdose wie für den Rasenmäher ist es dabei allerdings nicht getan. „Normale Steckdosen sind nicht für die Dauerbelastung eines Ladevorgangs ausgelegt“, erläutert Christoph Somborn, E-Mobilitätsexperte beim Energiekonzern Eon. „Sie verlängern die Ladezeit für das E-Auto erheblich und im ungünstigsten Fall kann es aufgrund der Überlastung sogar zu Kurzschlüssen und Kabelbränden kommen.“

Stattdessen sollte eine feste Ladestation, eine sogenannte Wallbox, installiert werden, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Diese kann direkt beim Hausbau mit eingeplant, oder später bei einer Modernisierung nachgerüstet werden. Erforderlich sind Stromleitungen zum Parkplatz vor dem Haus, in der Garage oder im Carport. Die kleine Schnell-Ladestation wird an einer Wand oder Säule angebracht und kostet zwischen 600 und 2 000 Euro, erklärt Thomas Mau von der BHW Bausparkasse.

Wichtig ist, dass die Ladestation von einem Fachmann montiert wird, da ein Starkstromanschluss notwendig ist. „Vorab muss überprüft werden, ob die Hausinstallation und der heimische Netzanschluss passend dafür ausgelegt sind“, so Somborn. Hausbesitzer müssen die Installation einer Ladestation grundsätzlich vorher beim Netzbetreiber anmelden. Denn schließlich muss gewährleistet sein, dass das lokale Stromnetz den Anschluss für E-Autos auch verkraftet.

Lässt der Netzanschluss die Installation einer Wallbox zu, werden im zweiten Schritt, wenn nötig, entsprechende Leitungen verlegt und der Hausverteiler angepasst. Außerdem wird laut Eon die neue Leitung mit einer Sicherung geschützt. Optional sei die Installation eines Zwischenzählers möglich, an dem man den Stromverbrauch des Ladevorgangs ablesen kann.

Der ist beispielsweise auch sinnvoll, wenn Nachbarn beschließen, sich eine Ladestation zu teilen: „Das bietet sich natürlich an, wenn etwa bei Reihenhäusern die Parkplätze der Nachbarn nebeneinander liegen, und einer vielleicht noch eine Photovoltaikanlage hat. Und wenn ich ihnen kostenlos oder zum Selbstkostenpreis den Strom abgebe, macht das nichts aus“, sagt Ingenieurin Wilhelmina Katzschmann. „Aber wenn ich von ihnen Geld nehme, und ich nehme mehr, als es mich selbst kostet, dann ist es eine Einnahme – und damit eine steuerrechtliche Sache.“

Leistungsstarken Hausanschluss legen – Leerrohre als Option

Wallboxen gibt es sowohl von Autoherstellern als auch von Energieanbietern. Der heimische Energieversorger EWE beispielsweise offeriert neben der Standardversion auch ein smartes Modell, das alle Verbräuche dokumentiert und auswertet und auch über Smart-Home-Komponenten verfügt, mit denen es sich programmieren lässt.

Neben der Wattzahl der Ladestation hat auch der Wagen selbst Einfluss darauf, wie schnell das E-Auto auflädt: Die Ladegeschwindigkeit hänge davon ab, wie viel Leistung das jeweilige Modell aufnehmen kann und wie voll der Akku ist, so die Verbraucherzentrale.

Eine Strom-Hauseinführung mit mindestens einem 63-Ampere-Anschluss, legt Wilhelmina Katzschmann, Vizepräsidentin der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz, Bauherren nahe. Denn es habe sich gezeigt, dass immer mehr Strom im Haus gebraucht würde. Soll zudem ein E-Auto an einer Schnellladestation aufgeladen werden, brauche man sogar einen 80-Ampere-Hausanschluss.

Ein Schutzschalter muss die Wallbox, das Auto und die Leitungen vor gefährlichen Fehlerströmen schützen. So ein FI-Schalter wird entweder zusätzlich installiert oder ist bereits – je nach Modell – in die Wallbox integriert.

Vorausschauend können beim Hausbau Leerrohre verlegt und ein Platz für einen zusätzlichen Zähler reserviert werden, um das Nachrüsten einer Ladestation zu einem späteren Zeitpunkt problemlos zu ermöglichen. Dazu rät der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke.

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