Berlin „Auch in Corona-Zeiten sollten Bauherren ihre Baustellen regelmäßig kontrollieren lassen, sonst werden sie die Baumängel des Jahres 2020 noch lange beschäftigen“, warnt Klaus Kellhammer, Sachverständiger und Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren (VPB).

Seit Einsetzen der Krise seien zwei Trends zu beobachten: Während die Bauvertragskontrollen und Beratungen per Videokonferenz zugenommen haben, werden Qualitätskontrollen auf der Baustelle seltener beauftragt. Neben der Sorge vor Ansteckung spielten dabei auch andere Probleme eine Rolle: „Viele Bauherren sind froh, dass ihre Baufirmen überhaupt auf der Baustelle erscheinen“, sagt Kellhammer. „Sie fürchten, durch bautechnische Kontrollen die Handwerker zu verärgern und den Bauprozess zu verschleppen.“

Doch die laufende Bau- und Qualitätskontrolle sei gerade in Zeiten, in denen nicht alles glatt läuft, besonders wichtig. So wurden beispielsweise an vielen Baustellen ursprünglich vorgesehene Bauteile oder Anlagen durch alternative – und lieferbare – Produkte ersetzt. „Bauherren sollten unbedingt prüfen lassen, ob die Alternativen auch wirklich zu Planung und Berechnungen passen – und ob sie, sofern sie bereits eingebaut wurden, auch korrekt installiert sind“, rät Kellhammer.

Ein großes Problem für viele Bauherren sei nach wie vor der Fertigstellungstermin, den die Baufirma eventuell nicht halten kann. Abgesehen von der Frage, wer für die daraus resultierenden Mehrkosten zum Schluss aufkommen muss, rät der VPB-Experte Bauherren, zusammen mit einem Bauherrenberater abzuwägen, ob die Baufirma unter Druck gesetzt werden soll, denn Eile gehe erfahrungsgemäß zu Lasten der Qualität.

Wer auf Nummer sicher gehen wolle, sollte weder auf die laufende Baukontrolle am zukünftigen Eigenheim verzichten, noch auf die gründliche Vorbereitung der Abnahme mit Hilfe seines unabhängigen Sachverständigen. Die Abnahme ist nach der Vertragsunterzeichnung der wichtigste Rechtsakt beim Bauen.


     www.vpb.de 
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