Berlin /München Eine Teilung kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn das Baugrundstück für das eigene Bauvorhaben zu groß ist und der Eigentümer die Belastungen nur für ein kleineres Grundstück tragen will. Nach der Teilung kann das nicht benötigte Grundstück an Dritte verkauft werden.

Eine Teilung bietet sich auch an, wenn sich eine Erbengemeinschaft nicht einigen kann, was mit dem Grundstück geschehen soll. Oder ein anderer Fall: Zwei Familien haben sich entschieden, auf einem Grundstück zwei Häuser zu bauen. Eine der Familien will nun verkaufen. „Potentielle Käufer interessieren sich in der Regel mehr für ein eigenes Grundstück als für Miteigentum“, so Inka-Marie Storm, Chefjustiziarin beim Eigentümerverband Haus & Grund.

Mit der Teilung lässt sich auch auf anderem Weg Geld sparen. Ein Beispiel: Eltern teilen ein Grundstück und schenken eine der Flächen ihrem Kind. „Mit der Schenkung lässt sich gegebenenfalls ein hoher Grundstückswert steuerfrei übertragen“, erläutert Paul Grötsch, Geschäftsführer des Deutschen Forums für Erbrecht.

Bei der Umsetzung der Teilung ist es nicht damit getan, einfach nach Gutdünken einen Strich durch das Grundstück zu ziehen. „In manchen Fällen muss die Teilung genehmigt werden, etwa durch das Bauamt“, erläutert Martin Thelen von der Bundesnotarkammer. Das ist bundesweit notwendig, wenn das Grundstück von einem Umlegungs-, einem Enteignungs-, einem Sanierungsverfahren oder einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme betroffen ist. Je nach Bundesland muss man eventuell noch weitere Genehmigungen einholen.

Durch die Teilung dürfen auch keine sogenannten baurechtswidrigen Zustände entstehen, etwa zu geringe Abstandsflächen. „Dieser Aspekt sollte mit dem Bauamt abgesprochen werden“, rät Thelen.

Sobald die Genehmigungsfragen geklärt sind, kann es losgehen: Fachleute vermessen die neuen Grundstücke und beantragen beim zuständigen Kataster- und Liegenschaftsamt eine neue Flurkarte. Darin werden die neuen Grundstücke als Flurstücke aufgenommen.

Wo genau die neuen Grenzen sein sollen, bestimmt zunächst der Eigentümer oder die Eigentümerin. Die Pläne müssen aber abgesegnet werden. Inka-Marie Storm erklärt: „Die geplante Teilung darf nicht den Vorschriften des Bebauungsplans widersprechen.“ Darin sind zum Beispiel die Bauweise und die zulässigen überbaubaren Grundstücksflächen festgelegt.

Der Bebauungsplan zeigt, ob eine Teilung möglich ist. dpa-BILD: Franziska Gabbert
Der Bebauungsplan zeigt, ob eine Teilung möglich ist. BILD: Franziska Gabbert

Neue Parzelle muss auch erschlossen werden

Im Vorfeld einer Teilung müssen die Grundstückseigentümer prüfen, ob die beiden angedachten Hälften später überhaupt bebaut werden dürfen, rät der Verband Privater Bauherren (VPB). Das Bauamt gebe dazu ebenso Auskunft wie darüber, wo Eigentümer sich die nötigen Genehmigungen besorgen können.

Öffentlich bestellte Fachleute vermessen die neuen Grundstücke. Ein Notar beurkundet die Ergebnisse.

Die Ergebnisse der Vermessung und die Lage der neu entstandenen Grundstücke gehen ans Grundbuchamt, dort werden die Daten in das Grundbuch eingetragen. „Damit sind die Grundstücksgrenzen amtlich“, so Storm. Für die Grundstücksteilung fallen Kosten an. Dazu kommen Gebühren beim Grundbuchamt.

Einen Antrag des Eigentümers auf Grundstücksteilung muss die Vermessungsbehörde oder ein Notar entwerfen und öffentlich beglaubigen. Die Kosten hierfür hängen vom Wert des zu teilenden Grundstücks ab.

Das neue Grundstück muss dann nach der Teilung auch noch erschlossen werden. Je nach Aufteilung und Lage der Flächen müssen möglicherweise die Hausanschlüsse verlegt werden. Unter Umständen ist auch eine Zufahrt für die Feuerwehr nötig und die Wegerechte müssen neu geklärt werden. Der VPB rät, diese Detailfragen besser vor als nach einem Grundstückskauf zu klären.

NWZ-Immo.de
Mieten oder kaufen, Wohnung oder Haus, Gewerbe oder Grundstück?

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.