Berlin Über das neu gekaufte Grundstück laufen ständig Nachbarn? Die Bank meldet sich wegen einer Hypothek des alten Eigentümers? Um Überraschungen zu vermeiden, sollte das Grundbuch gut geführt sein.

Das öffentliche Register für Grundstücke wird von den Amtsgerichten geführt. Es enthält Informationen über den Eigentümer und über eventuelle Belastungen des Grundstücks. „Damit können sich interessierte Kreise schnell und verlässlich über die Rechtsverhältnisse an einem Grundstück informieren“, sagt Martin Thelen von der Bundesnotarkammer.

Einblick erhalten nur Personen, die ein berechtigtes Interesse haben, erklärt Norbert Schönleber von der Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein. Das sind erst einmal die Eigentümer. Auch Nachbarn können dazu zählen, wenn für sie im Grundbuch ein Recht eingetragen ist – etwa ein Wegerecht.

„Potenzielle Käufer haben nicht per se einen Anspruch“, stellt Thelen klar. „Erst, wenn sie nachweisen können, dass sie Kaufvertragsverhandlungen mit dem Verkäufer aufgenommen haben, besteht ein berechtigtes Interesse.“

Das Grundbuch gliedert sich in das Bestandsverzeichnis und drei Abteilungen:

Im Bestandsverzeichnis werden Gemarkung, Flur, Flurstück, Wirtschaftsart und Lage sowie Größe des Grundstücks aufgeführt. Neben Grundstücken sind im Bestandsverzeichnis auch Miteigentumsanteile an einem anderen Grundstück eingetragen, das zum Beispiel als gemeinsamer Weg zu mehreren Grundstücken genutzt wird. Außerdem stehen dort sogenannte Herrschvermerke. Sie weisen auf Rechte hin, die zugunsten des Grundstücks bestehen – zum Beispiel das Wegerecht, ein anderes Grundstück durchqueren zu dürfen.

Das Gegenstück findet sich bei dem anderen Grundstück in Abteilung II. Dort sind Dienstbarkeiten wie Wege- und Leitungsrechte sowie Nießbrauchs- und Wohnungsrechte oder Vorkaufsrechte niedergelegt. Auch ein Vermerk, der auf eine Zwangsversteigerung hinweist, wird dort eingetragen.

Wer wissen will, wem ein Grundstück gehört und warum dieser Eigentümer eingetragen wurde, wird in Abteilung I fündig.

Wer ein Grundstück für den Käufer sichern möchte, trägt in Abteilung II eine Auflassungsvormerkung ein. „Damit sind künftige Grundbucheintragungen blockiert“, erklärt Kent Wilhelmi vom Bauherren-Schutzbund.

Auch Abteilung III ist für die Abwicklung eines Grundstückskaufs wichtig. Denn dort finden sich die Grundpfandrechte – insbesondere Grundschulden und Hypotheken. Der beurkundende Notar trägt dafür Sorge, dass die Grundschuld im Zug der Abwicklung des Kaufvertrags aus Abteilung III gelöscht wird.

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