Hannover Bei Norddeutschlands größter Landesbank wird es regelmäßig kriminell. Dann nämlich, wenn der NDR die Zentrale der NordLB in Hannover für Deutschlands bekannteste Krimi-Reihe „Tatort“ zum Dienstsitz von Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) umfunktioniert. Der futuristische Glaspalast, der das Stadtbild der niedersächsischen Landeshauptstadt prägt, ist im „Tatort“ keine Bank, sondern dient als Drehort für den Sitz des Landeskriminalamts.

Am Montag feierte die NordLB, deren Zentrale die „Tatort“-Fans kennen, mit einem Festakt 250. Geburtstag. Mit der langen Geschichte ist das Institut nach eigenen Angaben das erste öffentlich-rechtliche Kreditinstitut Deutschlands.

Zur Gründung 1765 galt es, nach dem Siebenjährigen Krieg die Wirtschaft anzukurbeln und Aufbauarbeit zu finanzieren. Das Kurfürstentum Hannover war mit Großbritannien und Preußen gegen die übrigen damaligen europäischen Großmächte in den Kampf gezogen. 1765 entstand in Braunschweig das „Herzogliche Leyhaus“, der NordLB-Vorgänger. In dem Gründungshaus der Bank, der Braunschweiger Jakob-Kemenate, geht es heutzutage um Kunst und Kultur, nicht mehr um Kredite.

Inzwischen ist das Hauptfeld der NordLB das maritim geprägte Kreditgeschäft. Dahinter rangiert die Flugzeug-, Agrar- und Immobilienfinanzierung. Rund 16 Milliarden hatte die NordLB zuletzt ins Segment Schifffahrt gepumpt – und litt über Jahre unter der hartnäckigen Krise in der Branche.

Mittlerweile hat sich die Lage etwas gebessert. So wies das Institut für die ersten drei Quartale 2014 unter dem Strich 251 Millionen Euro aus – nach 112 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Bilanz für 2014 gibt es Ende April.

Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon lobt die Landesbanken: „Sie stehen heute gestärkt im Wettbewerb. Und sie strahlen wieder neues Selbstbewusstsein aus“, sagte er Ende Februar bei einer Tagung in Berlin.

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Viele der öffentlich-rechtlichen Institute bekamen nach den Wirren der Finanzkrise und staatlichen Rettungsmilliarden Druck aus Brüssel. Am härtesten traf es die WestLB: Die einst größte Landesbank Deutschlands wurde zum 30. Juni 2012 zerschlagen. Die große Marktbereinigung, die mancher Experte seit Jahren fordert, blieb jedoch aus. Und so konkurrieren weiterhin sieben Landesbanken um die Gunst der Kunden.

„Die Stärken und Traditionen Norddeutschlands spiegeln sich in unserem Geschäftsmodell wider, sei es in der Mittelstandsfinanzierung, der Agrarfinanzierung, bei Erneuerbaren Energien oder in der Finanzierung der maritimen Wirtschaft“, sagte NordLB-Chef Gunter Dunkel am Montag beim Festakt. Die lange Geschichte spricht für das Institut, dessen eigentliches Gründungsdatum als heutige NordLB der 1. Juli 1970 ist: Damals fusionierten die vier Vorgänger, darunter die Braunschweigische Staatsbank, Nachfolgerin des „Herzoglichen Leyhauses“.

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