Wiesbaden Kleiner Hoffnungsschimmer für Deutschlands Exportunternehmen in der Corona-Krise: Zwar ist der Wert der Warenexporte im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 29,7 Prozent auf 80,3 Milliarden Euro eingebrochen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Im Vergleich zum April, der den Tiefpunkt markiert hatte, stiegen die Ausfuhren aber um 9,0 Prozent.

Ökonomen sehen mittlerweile die Talsohle durchschritten. Man sei aber noch „meilenweit entfernt von einer Normalisierung im Außenhandel“, mahnte der Außenhandelsverband BGA.

Die Corona-Pandemie sei nach wie vor allgegenwärtig, wenn auch nicht mehr so akut wie noch vor wenigen Wochen, sagte Ines Kitzing, erste Vizepräsidentin des BGA. „Der Welthandel wird aber noch geraume Zeit benötigen, um nach den Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen in der Lieferkette das alte Niveau wieder zu erreichen.“

Ähnlich sieht das der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). „Der leichte Exportanstieg im Mai gegenüber dem katastrophalen Aprilwert lässt die deutschen Exporteure noch lange nicht aufatmen“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Auch nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ist die Krise bei Weitem noch nicht überwunden. BDI und DIHK rechnen mit einem Rückgang der Ausfuhren im Gesamtjahr um 15 Prozent.

Sorgen bereitet den Exporteuren die Entwicklung in wichtigen Absatzregionen, die von der Corona-Pandemie besonders stark betroffenen sind. Dazu gehören die USA und Großbritannien.

Nach Angaben der Statistiker brachten die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 36,5 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro ein. Im Geschäft mit Großbritannien gab es ein dramatisches Minus von 46,9 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Die Exporte nach China sanken dagegen vergleichsweise moderat um 12,3 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Das neuartige Corona-Virus war zuerst in der Volksrepublik festgestellt worden, die Aufhebung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens folgten entsprechend früher als in anderen Ländern.

Die Importe verringerten sich im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat insgesamt um 21,7 Prozent auf 73,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vormonat stiegen sie damit nach Angaben der Statistiker um 3,5 Prozent.

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