Zulieferfirmen Von Enercon
Dimension des Jobabbaus für Minister „völlig überraschend“

Die geplante Streichung von mehr als 800 Stellen schlägt weiter hohe Wellen. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann will noch in dieser Woche mit der Enercon-Spitze sprechen. Bei einem anderen Unternehmen äußert er sich „vorsichtig optimistisch“.

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Will mit der Enercon-Spitze das Gespräch suchen: Niedersachsen Wirtschaftsminister Bernd AlthusmannBild: Torsten von Reeken
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Westerstede /Aurich /Emden Der geplante Abbau von mehr als 800 Arbeitsplätzen bei exklusiven Zulieferfirmen des Auricher Windenergieanlagen-Herstellers Enercon schlägt weiter hohe Wellen. Die Stellenstreichungen seien in dieser Dimension „völlig überraschend“ gekommen, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Mittwoch dieser Zeitung. Dass die Branche durch die Neufassung des Windenergiegesetzes und Ausschreibung von Bürgerwindparks betroffen sei, habe man gewusst, nicht aber die Größenordnung.

Er wolle noch in dieser Woche ein Gespräch mit dem Vorstand von Enercon führen, sagte Althusmann, um einen Lösung zu finden, den Arbeitsplatzabbau abzumildern. Ob man ihn ganz verhindern könne, bezweifele er, sagte Althusmann.

Bei einer der betroffenen Enercon-Partnerfirmen, der WEC Site Services GmbH aus Westerstede, fand am Mittwoch eine Betriebsversammlung in Aurich statt. Nach Enercon-Angaben soll hier der Betrieb zum 30. November komplett eingestellt werden, wodurch 150 Stellen wegfallen würden.

„Aus unserer Sicht ist das nicht nachvollziehbar“, sagte Thorsten Ruhland von der IG Metall. Aufträge wären für die betroffenen Monteure auch künftig da, dafür werde Enercon aber vermutlich dann andere Firmen einsetzen.

Nach der Betriebsversammlung der WEC-Site-Services-Geschäftsführer kurzfristig ferngeblieben war, zogen die 95 Anwesenden vor die Enercon-Zentrale in Aurich, um ihren Unmut zu bekunden. „Die sollen uns sehen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Heiner Kleen. „Schließlich gehen hier 150 Schicksale den Bach runter.“

Bei einem anderen Unternehmen, den ehemaligen Nordseewerken in Emden, ist Althusmann (CDU) derweil nach eigenen Worten „vorsichtig optimistisch“, dass eine Rettung der 85 Arbeitsplätze gelingen kann. Nach dem dritten Insolvenzantrag solle ein Folgeunternehmen den Schiffbau-Standort sichern, sagte er der NWZ. An diesen Donnerstag wolle er Gespräche in Emden führen mit dem Ziel, den Werftenstandort zu erhalten.

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