MENTZHAUSEN Das „Kneipen-sterben“ auch auf dem flachen Land geht weiter: Wirtin Maria Vogel schließt den Mentzhauser Krug am Sonnabend, 30. April. „Gerade hier haben mein Mann und ich uns immer sehr wohl gefühlt“, sagt die 60-Jährige, der dieser Entschluss nicht leicht gefallen ist. Doch die schwere Erkrankung ihres Mannes Günther (65) und nicht zuletzt wirtschaftliche Gründe haben schließlich den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben. „Danke sage ich für das Entgegenkommen aus der Bevölkerung“, betont die gebürtige Kroatin.

Seit 1983 ist das Paar in der Gastronomie tätig. Nach Stationen in Popkenhöge, Brake und Nordenham pachtete das Ehepaar 1998 den Mentzhauser Krug von Besitzer Günter Heidemann (62) aus Oben-strohe.

Statt 57 nur noch 5 Clubs

Im Laufe der vergangenen Jahre sind die Umsätze deutlich zurück gegangen, berichtet Maria Vogel. Von einmal 57 Clubs auf der Doppelkegelbahn sind heute nur noch fünf übrig geblieben. Daneben haben Boßler und Tischtennisspieler die Kneipe zum Klönen nach dem Sport genutzt.

Wie es für die Vereine weiter geht, ist offen. Die Mehrzweckhalle dafür zu nutzen, schließen Vereinsvertreter aus. Für diese kurze Zeit sei der Aufwand mit Bestuhlung und Reinigung zu groß, sagt etwa der Boßelwart des Mentzhauser Turnvereins Klaus Höpken. Auch das Sportlerheim, das schon einmal dafür genutzt wurde, hat sich als zu klein erwiesen, und ein Anbau übersteigt die finanziellen Möglichkeiten des Vereins, heißt es vom MTV-Vorstand.

Die Sportler verweisen in diesem Zusammenhang auf eine verpasste Chance durch einen Disput zwischen Funktionären. Denn im Zuge der Sportplatzsanierung hätte in Mentzhausen ein Klootschießerleistungszentrum mit entsprechenden Räumlichkeiten errichtet werden können (die NWZ  berichtete). Dann würden heute entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Doch das Leistungszen-trum hätte dem Friesischen Klootschießerverband (FKV) zugeordnet werden müssen und nicht einem Verein.

Mehrere Gastronomen

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Der Mentzhauser Krug wurde in den vergangenen Jahren von mehreren Gastronomen geführt. 1931 etwa übernahmen Paul und Jutta Zschoppe das Gebäude vom damaligen Besitzer Eilert Thormählen. Wolfgang Zschoppe übernahm 1953 mit seiner Frau Johanne die Wirtschaft mit angegliedertem Laden, Bäckerei und Saal von seinen Eltern – ebenso wie die Landwirtschaft. 1975 wurde das Anwesen an Georg Imken veräußert, wenig später übernahm Anton Sommer den Krug. In seiner Zeit wurde auch die Doppelkegelbahn erbaut.

Nachdem Sommer verstorben war, gab es kurzfristig verschiedene Pächter, bis der jetzige Besitzer Günter Heidemann die Gastwirtschaft übernahm.

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