Wilhelmshaven Auch mit mehr als 100 Jahren hat die Kaiser-Wilhelm-Brücke in Wilhelmshaven noch längst nicht ausgedient. Bis zu 300 000 Besucher wird sie an diesem Wochenende tragen, die vom Bontekai zum Südstrand spazieren wollen.

Dort am Großen Hafen und im Innenstadtbereich bieten Stadt, Vereine und Institutionen ein vielfältiges Programm. Auf mehreren Bühnen und verschiedenen Themenmeilen zu den Bereichen Sport, Blaulicht und Technik, Kirche, Natur und Umwelt, Info und Erlebnis sowie Tourismus wartet ein vielfältiges Unterhaltungs- und Informationsangebot auf die Besucher. Außerdem können sie nicht nur am Wasser, sondern auch auf dem Wasser Nordseeluft schnuppern. Gäste haben die Möglichkeit, an Bord von Großseglern und Traditionsschiffen zu gehen oder bei einem Segeltörn selbst zum Crewmitglied zu werden.

Die maritimen Feierlichkeiten rund um den „36. Tag der Niedersachsen“ vom 14. bis 16. Juni sind der Höhepunkt von 150 Veranstaltungen, die von Januar bis Dezember in der Stadt geboten werden. „Das Jahr 2019 steht voll und ganz im Zeichen unseres Stadtgeburtstages“, betont Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner in seinem Grußwort zum Jubiläum. „Bunt und abwechslungsreich, laut und leise, traditionell und modern, mit viel Lebensfreude und Gemeinsinn“ – so beschreibt er die Stadt anlässlich ihres diesjährigen Geburtstages.

Stadt mit viel Kultur

Bunt und abwechslungsreich zeigt sich die Stadt durch eine Vielzahl kultureller Einrichtungen wie das Stadttheater, das Theater am Meer in niederdeutscher Sprache, Kunst- und Stadthalle sowie das Kulturzentrum Pumpwerk mit Musik-, Kleinkunst- und Comedy-Veranstaltungen. Wilhelmshavens Küstenkultur kann man auf der „Maritimen Meile“ im Aquarium, im Deutschen Marinemuseum, im Küstenmuseum, im Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum oder bei einer Hafenrundfahrt erleben.

Grüne Landschaft

Neben Wasser und Wattenmeer gibt es in Wilhelmshaven viele weitere Erholungsorte und Naturkulissen. Wegen ihrer Parks und Grünanlagen trägt die Stadt noch immer den Beinamen „Grüne Stadt am Meer“, der in der Vergangenheit als Werbespruch diente. Bei einem Spaziergang durch den Kurpark oder den Rüstringer Stadtpark mit angrenzendem Rosarium und botanischem Garten offenbart sich Wilhelmshavens ruhige Seite. Auch bei einem Ausflug entlang der charakteristischen Deiche und Windmühlen unterbrechen nur kreischende Möwen und blökende Schafe hin und wieder das Stillleben.

Jung und urban

Einen urbanen und modernen Kontrast setzen hingegen die 2009 gegründete Jade Hochschule mit rund 4500 Studierenden in Wilhelmshaven und das Vier-Sterne-Hotel Atlantic. Von dort geht es über die Jadeallee zur Nordseepassage, dem gläsernen Einkaufszentrum mit Geschäften und Restauration und in die benachbarte Fußgängerzone, die neugestaltete Marktstraße. Zukunftsweisend für die Stadt ist schließlich der Jade-Weser-Port mit dem Eurogate Containerterminal. Die Abfertigung von Großcontainerschiffen am einzigen deutschen Tiefwasserhafen soll den Handel mit der Welt und Wilhelmshavens Wirtschaft zukünftig weiter fördern.

Kaiserliche Tradition

Eigentlich sollte an der Jade gar keine neue Stadt entstehen, sondern lediglich ein Kriegshafen. Für Handel und Gewerbe sollte Preußen das neue Gebiet ausdrücklich nicht nutzen. Doch die Realität überholte den Vertrag. Anfangs, ab 1854, waren nur ein paar Hundert männliche Arbeiter in dem 300 Hektar großen Gebiet tätig. Schon 1869, zum Zeitpunkt der Namensgebung, waren es schon 2500 – ohne Soldaten. Das preußische Gebiet wurde auch noch mal erweitert. Als Kaiser Wilhelm II. 1888 die Regentschaft im Deutschen Reich übernahm, erlebte Wilhelmshaven seine Blütezeit. Nicht nur die Hafenanlagen und Militäranlagen an Land wurden erweitert, in der Stadt entstanden bürgerliche Wohnquartiere und repräsentative öffentliche Gebäude. Es gab auch eine Straßenbahn. Den Bahnanschluss hatte Wilhelmshaven mit der Eröffnung der Bahnlinie Bremen-Oldenburg und Oldenburg-Wilhelmshaven (zunächst ging es nur bis Heppens) erhalten. Der Erste Weltkrieg stoppte die Entwicklung. Wilhelmshaven wurde als Standort für große Teile der Flotte Festungsstadt.

Das Ende des Krieges wurde durch den Matrosenaufstand bestimmt. Ende Oktober 1918 verweigerten Marinesoldaten die Befehle, als sie gegen die englische Flotte auslaufen sollten. Ein Teil der Meuterer wurde nach Kiel, ein weiterer Teil nach Wilhelmshaven gebracht und inhaftiert. Der Funke sprang jedoch von Kiel aus über. Arbeiter und Soldaten demonstrierten gegen den Krieg und forderten Beteiligung an Entscheidungen. Die Revolution brach aus, in Wilhelmshaven wie überall im Land bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte. Der Kaiser, nach ihm auch der Großherzog von Oldenburg traten ab. Radikale Kräfte proklamierten am 27. Januar 1919 die Sozialistische Republik Wilhelmshaven. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen.

Nach der Machtübertragung auf die Nazis brachte die Aufrüstung eine wirtschaftlichen Aufschwung. Deutschland baute wieder Schlachtschiffe, der Hafen wurde erweitert, eine neue (vierte) Einfahrt mit zwei Schleusenkammern wurde gebaut. 1937 wurde Wilhelmshaven mit der oldenburgischen Stadt Rüstringen vereinigt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt durch Bombenangriffe stark zerstört. Der Wiederaufbau nach Kriegsende war zögerlich. Nachdem 1956 die Bundeswehr gegründet worden war, wurde Wilhelmshaven wieder Marinestandort – und ist es bis heute (es ist sogar der größte Bundeswehrstandort).

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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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