Feuerteufel von Cloppenburg gefasst?
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Feuerteufel von Cloppenburg gefasst?

Wilhelmshaven Ihre Gründung verdankt die Stadt Wilhelmshaven der Begeisterung für eine deutsche Marine im Revolutionsjahr 1848 und dem strategischen Blick Preußens auf die Nordseeküste. Die war Mitte des 19. Jahrhunderts überwiegend zum Königreich Hannover gehörig, und Hannover war eng mit dem Vereinigten Königreich verbunden. Zum Großherzogtum Oldenburg gehörte jedoch ein Teil der Nordseeküste – und darüber hinaus die Jade-Mündung. 1852 begannen die Verhandlungen der Preußen mit Oldenburg über einen Gebietserwerb an der Jade.

Beide Vertragsparteien hatten großes Interesse an einem Zustandekommen. Preußen wollte bei dem Dorf Heppens eine Flottenstation einrichten, die Oldenburger die ländliche Region im Norden ihres Großherzogtums wirtschaftlich entwickeln. Am 20. Juli 1853 wurde der Vertrag unterzeichnet und am 18. beziehungsweise 20. August 1853 von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und Großherzog Nikolaus Friedrich Peter ratifiziert. Das Abkommen wurde zunächst geheim gehalten, weil Preußen die Hannoveraner wegen des gerade verhandelten Zollvereins nicht verprellen wollte. Im Januar 1854 wurde der Vertrag öffentlich gemacht und bald umgesetzt: Am 11. August 1854 ankerte die preußische Korvette „Danzig“ auf der Jade.

Ärger mit Hannover

In Hannover war man, freundlich formuliert, verstimmt. Der Jade-Vertrag beinhaltete auch, dass Preußen eine Eisenbahn durch oldenburgisches Gebiet, und zwar von Oldenburg bis zur Jade bauen sollte, während Oldenburg zeitgleich eine Eisenbahnstrecke nach Bremen bauen würde. Außerdem sollte eine Südbahn als Anschluss an die Bahnstrecke Köln-Minden gebaut werden – was bedeutete, dass die über hannoversches Gebiet führen würde. Angesichts der an der Jade benötigten Baumaterialien und Kohle, die ein Marinehafen benötigen würde, eine sinnvolle Vereinbarung.

Hannover konnte zwar den Hafenbau nicht verhindern, wohl aber einen Eisenbahnbau über seinen Herrschaftsbereich. Ein jahrelanges Gezerre begann. Hannover verhinderte den Bau der Südbahn, förderte stattdessen die Westbahn Osnabrück-Emden und die Strecke Bremen-Bremerhaven (1862). Erst 1864 schlossen Oldenburg, Preußen und Bremen einen Eisenbahnvertrag. Die Niederlage Hannovers im deutschen Krieg (1866) ermöglichte schließlich den raschen Bau der lange gewünschten Bahn. Die gewünschte Südbahn (nach Osnabrück) baute Oldenburg allerdings erst 1875/76. Die Bahnstrecken von Oldenburg nach Bremen und Oldenburg nach Heppens an der Jade wurden 1867 eingeweiht.

Keine Siedlung geplant

Der erste Abschnitt des Marinehafens an der Jade entstand bis 1869. Die Planung hatte Oberbaurat Gotthilf Hagen. Er legte König Friedrich Wilhelm IV. seine Planung vor, der sie 1856 genehmigte. Der Hafen sollte aus Werftbassin, Schleuse (spätere zweite Einfahrt) und Hafenkanal bestehen. Die Leitung des Hafenbaus hatte Heinrich Wilhelm Göker, nach dem später die Gökerstraße benannt wurde.

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Eigentlich war keine Siedlung geplant, aber dennoch entwickelte sich am Hafen eine kleine Stadt, die Keimzelle der späteren Doppelstadt Rüstringen (Oldenburg) und Wilhelmshaven (preußisch). Zur Stadtgründung lebten 2500 Personen in Wilhelmshaven. An der Zeremonie, mit der König Wilhelm I. von Preußen, der spätere Deutsche Kaiser, den Hafen einweihte und der Stadt seinen Namen verlieh, nahm eine illustre Runde teil: Kanzler Otto von Bismarck, Kriegsminister Albrecht von Roon, Generalstabschef Helmuth von Moltke, Admiral Prinz Adalbert von Preußen, Großherzog Nikolaus Friedrich Peter von Oldenburg, Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin.

Die englische Marine hatte sogar ein Panzerschiff, die „Minotaur“ geschickt. Sie lag neben der preußischen Korvette „Arcona“. Kriegsminister Roon sprach auch erstmals den Namen der Stadt aus – Wilhelmshaven. Dabei gab es noch ein Hin und Her um die Schreibweise: Göker hatte den Namen in niederdeutscher Schreibweise mit einem „v“ geschrieben. In Berlin hatte man die Urkunde auf Wilhelmshafen mit „f“ verbessert. Göker bemerkte den Irrtum beim Verlesen und wies den König darauf hin. Der befahl das „v“ wieder einzusetzen.

Zwei Verwaltungen

Das „preußische Jadegebiet“ wurde von dem Admiralitätskommissariat verwaltet, die Zivilbevölkerung zunächst von den oldenburgischen Behörden. Später führte die oldenburgisch-preußische Doppelstadt zwei Verwaltungen, es gab zwei Rathäuser und zwei Amtsgerichte.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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