WAHNBEK „Die hängen wir an den Turm“, sagte einer der Gäste nach einer Geburtstagsfeier im November 1998 bei Hayens in Ipwege, als niemand so recht wusste, wo die Lichterketten der Feier verstaut werden sollten. Dieser Gedanke sollte Hans-Hermann Hayen seitdem nicht mehr loslassen. Der Diplom-Ingenieur, der als Angestellter der Telekom mit dem Turm im nahe gelegen Wahnbek beruflich vertraut und fast nachbarschaftlich verbunden war, hatte plötzlich ein einmaliges Ziel vor Augen: einen riesigen Adventskranz.

Und das sollte nicht nur eine Vision bleiben. Der heute 62-Jährige sprach die Telekom als Turmeigner an – und erhielt „grünes Licht“. Der Ortsverein Wahnbek-Ipwege-Ipwegermoor wurde eingebunden, „denn das alles musste ja irgendwie finanziert werden“. Und ganz alleine ging’s auch nicht. Hayens Telekom-Kollege, der Elektromeister Fritz Haferkamp, war auf seiner Seite, und schon im März startete das Duo eine Versuchsbeleuchtung. 25 Glühbirnen wurden aufgehängt – und waren einige Kilometer weit zu sehen.

Hayen und Haferkamp planten danach den Adventskranz zunächst am Reißbrett – in schlaflosen Nächten. Wie viele Birnen brauchen wir? Wie kriegen wir das Stahlseil an die Spitze? Wie viel Material brauchen wir? Letzteres fand sich bald schriftlich auf den Rechnungen der Lieferanten: 420 Glühlampen, 500 Meter Illuminationskabel, 220 Meter Stahlseil, 450 Schraubzwingen, 300 Meter Installationskabel – und das war nur die Erstausstattung, bezahlt von den örtlichen Vereinen.

Dafür hatte Wahnbek jetzt seinen Adventskranz: den größten und höchsten der Welt, als solcher eingetragen ins Guinness-Buch der Rekorde 2000 und 2001. Eingeschaltet wurden die Lichterketten am 1. Adventssonntag, dem 28. November 1999.

Seitdem erstrahlt der Wahnbeker Fernmeldeturm alle Jahre wieder aufs Neue. Von Oldenburg aus ist er zu sehen, von Brake aus und selbst von hohen Bremer Standpunkten aus ist er bei guter Sicht erkennenbar. Imposant erhebt er sich über Wahnbek – und fasziniert sind nicht nur Auswärtige auf der nahen Autobahn A 29.

Auch die Bürger der Region staunen immer wieder über den 140 Meter hohen Adventskranz. Ihnen gibt er inzwischen so etwas wie ein ganz neues Heimatgefühl. „Wenn ich den sehe, dann weiß ich, dass ich wieder zu Hause bin“, ist immer wieder zu hören.

Das bestätigen auch prominente Gäste, die Jahr für Jahr die Turm-Illumination einschalten. Dazu gehörten bei der Premiere 1999 der frühere Niederlassungsleiter der Telekom Oldenburg, Hans-Peter Höppner und Rastedes Bürgermeister Dieter Decker – und danach der ehemalige Landrat Jann Lübben und Telekom-Repräsentant Gerd Dreyer, Astronaut Thomas Reiter, Pastor Heiko Behrens, Ihre Königliche Hoheit Dr. Helene Herzogin von Oldenburg, Kreisbrandmeister Johann Westendorf, Polizeiinspektionsleiter Johann Kühme, der Bischof in Ruhestand Peter Krug und Ex- Bundesminister Karl-Heinz Funke.

Wer in diesem Jahr den Knopf drücken darf, will Hayen nicht verraten. Nur so viel: Sie sind des Plattdeutschen besonders gut mächtig, und ihre Stimmen sind schon weithin erklungen und gehört worden.

Start ist auf dem Weihnachtsmarkt, der alljährlich von den örtlichen Vereinen veranstaltet wird – und mit dessen Erlös nicht nur der Adventskranz finanziert wird, sondern auch die Weihnachtsbeleuchtung im Ort selbst. Denn ein bisschen Schwund ist immer, wenn in luftiger Höhe heftiger Wind bläst oder die Lichterketten mit schwerem Eis behangen sind.

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So hatte schon im ersten Jahr der Orkan „Anatol“ an den Seilen gerissen. Die hielten, aber etliche Glühbirnen gaben ihren Geist auf. Bessere Fassungen wurden installiert, die Dichtungen mit selbst erfundenen Silikonringen passend gemacht. 2002 kam die erste Kerze dazu – sechs Meter hoch – und im nächsten Jahr waren es dann vier, wie es sich für einen Adventskranz gehört.

Doch nicht nur diese Überraschung bereitete die Turm-Crew den mehr als 1000 Gästen auf dem Weihnachtsmarkt – immer wieder gab es technische Spiele, vom Hubschrauber, der den Turm anstrahlte, bis zum Lauflicht. Auch in diesem Jahr wird es wieder einen besonderen Höhepunkt geben – im wahrsten Sinne des Wortes.

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