Brake /Oldenburg /Osnabrück Die Geschäftsführung des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) steht unter Korruptionsverdacht. Das bestätigte am Donnerstag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück gegenüber der NWZ . Es geht dabei um strafrechtliche Vorwürfe im Zusammenhang mit der Errichtung von Windkraftanlagen. Der OOWV sieht den Ermittlungen „mit Gelassenheit“ entgegen und kündigte an, die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft vollumfänglich zu unterstützen.

Welche Vorwürfe der OOWV-Führung im Einzelnen gemacht werden, wollte die Staatsanwaltschaft nicht mitteilen, um die aktuellen Ermittlungen nicht zu gefährden. Derzeit werden die Verdachtsmomente durch die Polizei überprüft. Verbandsvorsteher Matthias Köring erklärte gegenüber der NWZ , dass er die Angelegenheit an diesem Freitag mit der OOWV-Geschäftsführung besprechen werde.

Es sei sichergestellt, so Köring, dass den Ermittlern die benötigten Unterlagen zur Verfügung stünden. Dass er selbst gerade jetzt mitgeteilt habe, sein Amt als Landrat des Kreises Wittmund vorzeitig aufzugeben (NWZ  berichtete), habe „in keinerlei Weise“ mit den Ermittlungen zu tun, ergänzte der parteilose Politiker.

In zwei weiteren Ermittlungsverfahren überprüft die Staatsanwaltschaft Oldenburg Aktivitäten des OOWV im Zusammenhang mit einem geplanten Windpark bei Molbergen (Landkreis Cloppenburg). Dort soll ein Landwirt aus der Kasse des Wasserverbandes bezahlt worden sein, um geschützte Singschwäne zu vergrämen. Das wäre nach Ansicht der Ermittlungsbehörden zum einen ein Verstoß gegen die entsprechende Naturschutz-Gesetzgebung und damit strafbar.

Zum anderen würde eine Honorarzahlung aus der Verbandskasse den Tatbestand der Untreue erfüllen, weil das Bezahlen von Straftaten im Widerspruch zum Verbandszweck stehe, erläuterte am Donnerstag eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Oldenburg. Beide Verfahren, so die Staatsanwaltschaft, stünden jedoch erst am Anfang, und es sei nicht sicher, ob es zu einer Anklage kommen werde.

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Nach Information der NWZ  soll die Verbandsgeschäftsführung intern bereits mitgeteilt haben, man habe von dem Vorgang in der Unternehmensführung keine Kenntnis gehabt. Es handele sich um das Werk eines übereifrigen Mitarbeiters.

Offiziell teilte die OOWV-Pressestelle mit, man kenne „weder die Art noch den Umfang der Ermittlungen“. Offenbar schreckten die Gegner des Windparks vor keinem Mittel zurück, um den Bau zu verhindern und dem OOWV sowie einzelnen Mitarbeitern persönlich zu schaden.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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