Oldenburg /Hannover Das Papier ist exklusiv: Lediglich acht Exemplare gibt es, Wasserzeichen schützen sie gegen unerlaubtes Kopieren. Kurierfahrer waren bis zum späten Donnerstagabend landesweit unterwegs, um die verschlossenen Umschläge den Empfängern persönlich auszuhändigen. Der Inhalt: der vorläufige Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu der umstrittenen 253 000-Euro-Spende an die Klitschko-Stiftung.

Nur die acht Präsidiumsmitglieder des EWE-Aufsichtsrats haben den Bericht erhalten. Am Dienstag treffen sie sich in Oldenburg zu einer Sitzung. Eigentlich sollte es um die Besetzung von zwei vakanten Posten im EWE-Vorstand gehen. Ganz oben auf der Tagesordnung steht allerdings jetzt die Spendenaffäre.

Möglicherweise fällt am Dienstag eine Vorentscheidung über die Zukunft von EWE-Vorstandschef Matthias Brückmann. Endgültig würde aber erst der Aufsichtsrat über eine mögliche Ablösung des Vorstandschefs entscheiden. Einen Termin gibt es noch nicht, die Sitzung soll aber noch im Februar stattfinden.

Intern schwelt die Spendenaffäre bei EWE nach NWZ-Informationen bereits seit November 2016. Nach anonymen Briefen wurde Brückmann vom Aufsichtsrat zu einer Stellungnahme aufgefordert. Im Dezember beauftragte der Aufsichtsrat KPMG, alle Vorwürfe gegen den Vorstandschef zu prüfen.

Aus dem Aufsichtsrat hieß es, man könne die Vorwürfe „nicht auf die leichte Schulter nehmen“. Brückmann hätte das Gremium über die Spende informieren können. „Das ist kein Büroversehen.“

Thema war die EWE-Spendenaffäre am Freitag auch in der Politik. Björn Thümler aus Berne, CDU-Fraktionschef im Niedersächsischen Landtag, sagte, er sehe die Vorgänge „sehr kritisch“. Er forderte den EWE-Aufsichtsrat auf: „Entscheidungen müssen ohne Ansehen der Person erfolgen.“ Sein FDP-Kollege Christian Dürr (Ganderkesee) sagte: „Ein ärgerlicher Vorgang. Aber der Vorstandsvorsitzende hat den Fehler eingeräumt und die Summe beglichen.“

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