NORDENHAM Auf die Hunde „Rocky“ und „Kiki“ warten bei der Haustiertafel Nordenham viele Leckereien. Ihr Herrchen Helmut Kremer kommt fast jeden Mittwoch, um für seine Vierbeiner Trockenfutter oder Knochen zu ergattern. Bezahlen muss der Rentner nichts. Die Haustiertafel im Landkreis Wesermarsch unterstützt wie mehrere ähnliche Einrichtungen in Niedersachsen und Bremen alle, deren schmaler Geldbeutel die Haltung von Haustieren erschwert. Seit der Wirtschaftskrise müssen die ehrenamtlichen Mitarbeiter noch mehr Hunde und Katzen versorgen.

Sorgen um genug Spenden

„Die Bedürftigkeit steigt, aber die Spendenbereitschaft sinkt“, sagt Marion Krüger, Vorsitzende der Haustiertafel Nordenham. Im Haus der 44-Jährigen befindet sich die Futterausgabe. Auch die Gründerin der Tiertafel Deutschland, Claudia Hollm, berichtet: „Immer mehr Tierhalter sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Gleichzeitig mache ich mir Sorgen, ob wir in Zukunft noch genug Spenden bekommen.“

„Auch wir haben viele Neuanmeldungen“, berichtet Eike Bremmer von der Tiertafel Oldenburg. Schon Mitte des Monats reicht das Geld der Rentner oder Hartz-IV-Empfänger oft nicht mehr für das Tierfutter – dann wird es voll bei der Tafel. Etwa 90 Katzen, 50 Hunde und 30 Nagetiere werden dort einmal in der Woche versorgt. Nicht nur Futter erhalten die Besitzer für ihre Lieblinge, sondern auch Körbchen, Halsbänder oder Decken. „In Oldenburg gibt es zum Glück noch genügend regelmäßige Spender“, berichtet Bremmer.

Bei den Tiertafeln muss jeder eine niedrige Rente oder einen Arbeitslosengeld-II-Bescheid nachweisen. Eine Vollverpflegung ist aber nicht das Ziel der Verantwortlichen, die Tiernahrung reicht nur für drei bis vier Tage. „Wir möchten die Menschen nicht animieren, sich neue Tiere zuzulegen“, erklärt Krüger.

Hilfe von Supermärkten

Das Futter bekommen die Tiertafeln häufig von Herstellern oder Supermärkten. Die Nahrung ist noch nicht verdorben, aber bereits aus dem Sortiment genommen. Zudem kaufen die Ehrenamtlichen von Spendengeldern Futter dazu.

Heiderose Alioschat hat sieben Katzen, eine Hündin, ein Kaninchen und Goldfische zu versorgen. Oft wird sie gefragt, wieso sie als Hartz-IV-Empfängerin so viele Tiere hält. „Ich hänge so an ihnen, dann spare ich lieber an anderer Stelle“, antwortet die 43-Jährige dann. Jede Woche spendet sie von ihrem knappen Budget ein paar Euro. „Ich will dazu beitragen, dass die Tafel erhalten bleibt.“

Haustier-Tafeln unter

www.haustier-tafel.de und www.tiertafel.de

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