Oldenburg Eine Bankenunion „mit aller Konsequenz“ sei das wichtigste Vorhaben in Europa. Sie könne das Vertrauen schaffen, das unbedingt nötig sei, damit die Banken in der EU die zentrale Erwartung an sie – die Wirtschaft mit Liquidität zu versorgen – wieder ausfüllen könnten. Das betonte Jürgen Fitschen, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank, beim traditionellen Schlossabend der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg – Der Kleine Kreis – in Oldenburg. Auch die Krisenstaaten sollten irgendwann wieder „den Kapitalmarkt benutzen, nicht die Banken“.

Auf die politische Entwicklung Europas könne man stolz sein, meinte der Spitzenbanker; auch der Wert des Euro sei nicht das Problem. Doch das Dach der gemeinsamen Währung sei wegen mangelnder Disziplin in der Fiskalpolitik nicht tragfähig.

Die ausufernden Staatsschulden seien ein zentraler Punkt in der Finanzkrise, argumentierte der Deutsche-Bank-Chef. Die Banken seien keineswegs allein schuldig.

Allerdings müssten sie sich nun verändern – mit veränderten Geschäftsmodellen, neuem Regelungsrahmen, Verkleinerungen, Lösen ihrer Verbindungen zu Staaten und Investitionen in die Zukunft. Sonst werde man mit den Konkurrenten aus den USA, aber auch neuen Wettbewerbern aus Asien nicht mithalten können.

Fitschen, der in der Nähe von Stade seine Wurzeln hat, überraschte und beeindruckte das Publikum mit einer spontan und auf Plattdeutsch vorgetragenen Entgegnung auf die plattdeutsche Rede des Moderators Ludger Abeln (NDR): Er warnte vor einseitigen Schuldzuweisungen und rief dazu auf „nachzudenken“. Abeln hatte wie gewohnt stimmungsvoll auf Platt Vorgänge in der Finanzwelt beleuchtet.

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Wie üblich ging es beim Schlossabend um Spenden zu Gunsten von sozialen Einrichtungen in der Region. Diesmal kamen 30 746 Euro zusammen. Damit wird die Arbeit des Hospiz St. Peter (Oldenburg), der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik (Ahlhorn), der Jugendhilfe Collstede (Neuenburg) sowie des Hauses Regenbogen (Oldenburg) unterstützt, wie der Vorsitzende des gastgebenden Kleinen Kreises, Professor Heinz-W. Appelhoff, erläuterte.

Er betonte, dass die Ziele der Wirtschaftlichen Vereinigung heute die gleichen seien wie bei Gründung vor Jahrzehnten: die Region zu fördern und die Rahmenbedingungen für Firmen zu verbessern – gemäß den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft. Künftig solle der Bildungsarbeit für Schüler, Studierende und Auszubildende besonderes Augenmerk gelten.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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