SCHORTENS Der erste Auftritt des neuen niedersächsischen SPD-Landeschefs Stephan Weil führte ihn am Sonnabend in die friesländische Heimat seines Vorgängers Olaf Lies. Weil war Ehrengast auf der Bezirkskonferenz des Bezirksverbands Weser-Ems der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Bürgerhaus in Schortens. Da die SPD am Abend vorher in Oldenburg getagt hatte, nutzten mit ihm viele SPD-Landtagsabgeordnete die Gelegenheit, an der AWO-Konferenz teilzunehmen. „Das ist ja fast eine Fraktionssitzung“, stellte Olaf Lies beim Blick in die Runde fest.

Weil lobte die Arbeit und das ehrenamtliche Engagement der AWO. Arbeit, Bildung und Soziales seien die Werte, für die die SPD stehe. Als zwei von vielen Herausforderungen nannte Weil den steigenden Förderbedarf von Kindern und den Pflegenotstand. Bei der Lösung dieser Probleme brauche die Politik „starke Partner wie die AWO“.

Dass die Arbeiterwohlfahrt selbst im Konflikt zwischen sozialen Werten und betriebswirtschaftlichen Zwängen steht, zeigte eine Kundgebung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vor dem Bürgerhaus. Dort wies Gewerkschaftssekretär Andre Hinrichs auf Missstände im sozialen Bereich und vor allem in der Altenpflege hin und kritisierte schlechte Arbeitsbedingungen, Leiharbeit und Auslagerungen von Geschäftsbereichen. Die AWO müsse ihren Einfluss nutzen, um von der Politik eine bessere Finanzierung der sozialen Arbeit einzufordern.

Dank an Mitarbeiter

AWO-Bezirksvorsitzender Dr. Harald Groth dankte auf der Kundgebung vor und später in seiner Rede im Bürgerhaus den Mitarbeitern für ihre Unterstützung in schwierigen Zeiten. Sie hätten wesentlich zur Konsolidierung der AWO-Gruppe Weser-Ems beigetragen. Die Forderungen an die Politik nach einer Pflegereform könne die AWO voll und ganz unterstützen. Die Pflegesätze müssten erhöht und die Tariflöhne anerkannt werden.

Auch AWO-Bundesvorsitzender Wolfgang Stadler unterstrich die Forderungen und mahnte, dass es „keine Unterschiede zwischen dem, wofür die AWO sozialpolitisch steht und wie sie sich als Unternehmen verhält“, geben dürfe.

Mitglieder geehrt

Neben vielen Verbandsfragen befassten sich die 123 Delegierten aus 13 Kreisverbänden und Mitgliedsorganisationen der AWO am Nachmittag auch mit einem politischen Initiativantrag unter dem Motto „Soziale Arbeit ist mehr wert“ mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen und Bezahlung zu verbessern. Weitere Forderungen der AWO sind eine für die Teilnehmer kostenlose Ausbildung in der Alten- und Krankenpflege sowie eine aus Steuern finanzierte Grundsicherung für Kinder.

Für ihr ehrenamtliches Engagement würdigte die AWO Brigitte Weinhold aus Varel und Marianne Schoolmann aus Norden. Zudem wurde erstmals die Elisabeth-Frerichs-Medaille verliehen, die an die Mitgründerin es AWO-Bezirksverbands Weser-Ems erinnert. Die Auszeichnung ging an die stellvertretende Vorsitzende des AWO-Kreisverbands Wilhelmshaven-Friesland, Edith Weiß, die maßgeblich zum Auf- und Ausbau des Verbands beigetragen habe. In Abwesenheit wurde der ehemalige SPD-Arbeitsminister Dr. Herbert Ehrenberg aus Wilhelmshaven für 50-jährige Mitgliedschaft in der AWO geehrt.

Der Bezirksvorsitzende Dr. Harald Groth (Delmenhorst) und seine Stellvertreter Dr. Lothar Knippert (Jever) und Hermann Bontjer (Südbrookmerland) wurden für weitere vier Jahre wiedergewählt.

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Die Arbeiterwohlfahrt hat im Bezirk Weser-Ems rund 12 000 Mitglieder und ist Trägerin von mehr als 60 sozialen Einrichtungen mit insgesamt rund 3500 Mitarbeitern.

  @ Mehr Infos unter http://www.awo-ol.de

Ulrich Schönborn Chefredakteur (ViSdP) / Chefredaktion
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