Rastede Ohne Gegenstimme hat die Synode der Oldenburgischen Landeskirche am Donnerstag auf ihrer Tagung in Rastede eine Verlautbarung zur Trauung für gleichgeschlechtliche Paare verabschiedet. Danach haben alle Paare, die eine staatliche Ehe geschlossen haben, einen Anspruch auf eine kirchliche Trauung.

In der Verlautbarung begrüßt die Synode die neue Möglichkeit, mit der die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare beendet werde. Der Synodale Oliver Dürr begründete als Vorsitzender des theologischen Ausschusses der Synode den Beschluss: „Die Offenheit der Gnade Gottes gilt für alle Paare.“

Bischof Thomas Adomeit bat nach der Abstimmung alle Paare, die unter der bisherigen Regelung gelitten hätten, „aufrichtig um Entschuldigung“. Adomeit wandte sich auch die Theologen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht in den kirchlichen Dienst übernommen worden seien beziehungsweise ihre persönliche Bindung nicht hätten offen leben dürfen. Auch sie bat er ausdrücklich um Verzeihung.

Am Freitag werden die Pastorinnen und Pastoren im Oldenburger Land eine neue Personalchefin oder Personalchef erhalten. Die Synode entscheidet an diesem Tag über die Besetzung einer Dezernentenstelle im Oberkirchenrat. Für das Amt als theologisches Mitglied des Oberkirchenrats haben sich am Donnerstag die bisherige Amtsinhaberin, Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk, Kreispfarrer Michael Braun aus dem Oldenburger Münsterland sowie Pfarrerin Gudrun Mawick aus Westfalen beworben.

Für die Wahl am Freitag ist im ersten Wahlgang eine Mehrheit der 60 Mitglieder des Kirchenparlaments nötig. Die Bewerberinnen und der Bewerber waren von dem Wahlvorbereitungsausschuss vorgeschlagen worden. Die Wahl war nötig geworden, weil die Synode zuvor beschlossen hatte, die Amtszeit der Oberkirchenrätin Lenk nicht automatisch zu verlängern, sondern die Stelle neu auszuschreiben. Der Vorstellungsrunde am Donnerstag schloss sich eine nichtöffentliche Personaldebatte an.

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Am Rande der Synode setzten sich etwa 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von kirchlichen Diakonie-Sozialstationen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze ein. Angesichts geplanter Einsparungen in der kirchlichen Haushaltsplanung sehen sie den Bestand ihrer Arbeit in Gefahr – obwohl viele Beschäftigte bereits seit Jahren durch Gehaltsverzicht einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Sozialstationen leisteten.

Zu einem starken Instrument zur Weichenstellung für die Zukunft habe sich inzwischen das neue Visitationswesen entwickelt. Mehr als 50 Berichte lägen inzwischen vor.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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