OLDENBURG Scheinbarer Kochschinken ist in Wirklichkeit oft kein Kochschinken, und was aussieht wie überbackener Käse ist häufig ein billiges Imitat. Niedersachsens Lebensmittelkontrolleure klagen über zunehmenden Etikettenschwindel.

Im vergangenen Jahr wurden in der Lebensmittelbranche vor allem falsch gekennzeichnete Produkte – wie unechte Vanille oder Schokoladenersatz im Speiseeis – bemängelt. Zurückgegangen ist die Zahl der Produkte, die tatsächlich gesundheitsgefährdend sind. „Das liegt im Promillebereich“, sagte der Präsident des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), Eberhard Haunhorst, am Donnerstag in Oldenburg bei der Vorstellung des Berichts zum gesundheitlichen Verbraucherschutz 2008.

Mehr als 67 000 Kontrollbesuche in 43 500 Lebensmittelbetrieben sind im vergangenen Jahr von den kommunalen Überwachungsbehörden vorgenommen worden. Dabei nahmen sie etwa eine Million Proben mit, die anschließend in den acht Laves-Instituten im Rahmen von 2,7 Millionen Einzeluntersuchungen überprüft wurden.

Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (CDU) vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium lobte das intensive Kontrollsystem: „Mit der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen ist Niedersachsen im Verbraucherschutz bundesweiter Vorreiter.“ Ripke kündigte an, dass das Land weitere 33 Millionen Euro in die Laves-Labore investieren wolle. Außerdem solle das in Niedersachsen entwickelte System zum bundesweiten Datenaustausch weiter verfeinert werden.

Ripke verwies aber auch darauf, dass es immer wieder Versuche gebe, sich in krimineller Weise auf Kosten der Verbraucher zu bereichern. Um dem einen Riegel vorzuschieben, habe sich die Meldepflicht bei verdorbenem Fleisch bewährt. Niedersachsen wolle zudem Risikofleisch so einfärben, dass es nicht mehr unbemerkt verkauft werden könne, sagte Ripke.

Hubert Meyer, Vorstandsmitglied des Niedersächischen Landkreistages, unterstrich den vorbeugenden Charakter der Kontrollen. So seien Großküchen in Krankenhäusern und Altenheimen ein Untersuchungsschwerpunkt.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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