NADORST /BüRGERESCH Die rollende Redaktion stand gestern an der Nadorster Straße. Bürger sagten ihre Meinung.

Von Susanne Gloger NADORST/BÜRGERESCH - An Einkaufsmöglichkeiten mangelt es nicht in Nadorst. „Alles ist hier zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen“, schwärmt Anne Boekmann. Sie gehörte gestern zu den Gästen der rollenden Redaktion vor der Nord-Apotheke an der Nadorster Straße. Nur einen Kritikpunkt hat Anne Boekmann: „Die Nadorster Straße ist so schmutzig. Nicht nur vor den leerstehenden Gebäuden liegt Müll.“

Was viele Bürger in Nadorst und dem Bürgereschviertel umtreibt, sind Probleme im Straßenverkehr – in erster Linie die Raser in den Tempo-30-Zonen. Ingrid und Gerd Hillen sprechen im Namen vieler Anlieger der Kiesgrubenstraße: „Das ist eine Rennstrecke. Wir haben auf Privatgrundstücken schon Tempo-30-Schilder aufgestellt.“ Eine Verengung der abschüssigen Einfahrt vom Hochheider Weg würde helfen, meint das Ehepaar.

Eine Anliegerin der Lambertistraße kritisiert: „Nur jeder zehnte Autofahrer hält sich hier ans Tempo 30. Das Rot an der Druckampel wird von vielen sogar ignoriert. Und Tempo-30-Schilder gibt es nicht, nur abgefahrene Markierungen auf der Fahrbahn.“

Anna-Margaretha Zimmermann beobachtet oft, dass Schüler des Schulzentrums Alexanderstraße mit dem Rad aus der Rebenstraße fahren, ohne auf die Vorfahrt der Lambertistraße zu achten. „Die gefährden sich doch selbst. Die Lehrer müssten das mal mit ihren Schüler besprechen.“

Auch auf der Straße Sandberg wird Tempo 30 „absolut nicht eingehalten“, weiß Margarete Werhan. Das Bürgereschviertel werde gerne als Abkürzung von der Donnerschweer Straße zur Nadorster Straße genutzt. Gerast wird laut Anneliese Steyer auch auf dem Hochheider Weg. Und: „Die Bogenstraße wurde wunderbar saniert, aber auf dem neuen Fußweg liegen nun ständig Hundehaufen.“

Eine Rennstrecke sei auch die Bürgerstraße, so Dieter Güldener. Gleiches gilt für die Ammergaustraße zwischen Nadorster Straße und Hochheider Weg (50 Km/h), sagt Günther Becker. Die Straße könne entlastet werden, wenn die Flötenstraße wieder offen sei, meint er. „Das wird nicht passieren“, weiß Ernst Aumann, Vorsitzender des Bürgervereins Nadorst-Bürgeresch. Im Zuge des Baus der Nordtangente sei die Schließung in der Mitte der Straße beschlossen worden – auch wegen des Aspekts der Sicherheit: „Auf der einen Seite liegt das Schulzentrum, auf der anderen die Turnhalle.“

Die 85-jährige Irmgard Martens lebt schon immer in Nadorst. Sie und ihr Mann Walter schwärmen von Oldenburg. „Nur, dass es an der Fassade des Standesamtes keinen Blumenschmuck gibt, finden wir nicht gut.“

Lore Lesniakowski hat beobachtet, dass die Bushaltestelle vor dem ehemaligen Autohaus Schmidt & Koch an der Nadorster Straße so versetzt wurde, dass sie nun direkt vor den Wohnhäusern steht. „Die Anwohner wurden nicht gefragt. Denen kann man nun ins Wohnzimmer gucken.“ Mit der Ampelschaltung an der Nadorster Straße ist Karl-Heinz Willemsen nicht zufrieden. „Im Feierabendverkehr braucht man von der Bogenstraße bis zur Autobahn zehn Minuten.“ Die behinderte Inka Gewald ärgert sich darüber, dass die Ampel an der Kreuzung Nadorster Straße/Friesenstraße/Lüttichstraße abends aus ist. „Ich muss da immer lange warten, denn die Druckanlage ist mit der normalen Ampel synchron geschaltet. Vielleicht könne man das ändern.“

Zu kurz seien die Ampelphasen für Radfahrer im Bereich (stadtein- und auswärts) der Autobahn, bemängelt Ina Terwey. Doris Sichelschmidt lobt die tolle Nachbarschaft in der Rebenstraße, aber: „Der Fußweg auf beiden Seiten fällt schrägt ab. Senioren mit Gehwagen und Mütter mit Kinderwagen benutzen die Straße. Oft fahren auch Versorgungsfahrzeuge über den Fußweg, weil auf der anderen Seite geparkt wird und es sehr eng ist.“

Brunhilde Kleen kritisiert die vielen Leerstände an der Nadorster Straße und „dass die Post-Filiale weg ist“. Petra Gräper ärgert sich: „Der Friedhof am Hochheider Weg verkommt. Aus den Grüngutcontainern, die auch nicht durch einen Sichtschutz abgetrennt sind, stinkt’s. Es liegt viel Müll herum. Der Friedhof wird nachts auch nicht mehr geschlossen.“

Hans-Detlef Buch wartet darauf, dass der Baumüll von der neuen Bushaltestelle Höhe Stiftsweg endlich abgeholt wird. Irmgard Schönenberg findet alles toll im Viertel. Nur Lob kommt auch von Hannelore Tebben: „In den Nebenstraßen wechseln sich Blocks und kleine Häuser ab. Die Leute sind hier sehr zuvorkommend.“ Auch Rita Pape macht’s kurz: „Hier ist alles wunderbar.“ Rundum wohl fühlt sich Isolde Buch im Stadtteil. Sie findet es auch gut, dass die Stadt Menschen, die am Rande der Sozialgemeinschaft leben, in der Von-Halem-Straße preiswerten Wohnraum anbietet.

Ärgernis: Leerstehendes Gebäude Treffpunkt der Alkohol- und Drogenszene

Im Haus Nadorster Straße 62 war früher ein Sport-Center untergebracht, später ein Bettenhaus, nun steht es leer. Viele Bürger ärgern sich darüber, dass das Areal zum Treffpunkt für die Drogen- und Alkoholszene geworden ist. Die meisten der Gäste, die das Thema in der rollenden Redaktion ansprachen, wollten nicht namentlich genannt werden.

Gestank: „Der ganze Bereich ist zu einem öffentlichen Urinal geworden“, berichtet ein Nadorster. Bis hin zur Steubenstraße dahinter würde man es riechen, so eine Bürgerin.

Ängste: Anwohner, hauptsächlich Frauen und ältere Menschen, hätten Angst, dort vorbei zu gehen, weiß ein Bürger. Die Bushaltestelle davor würden auch viele meiden. „Da möchte doch niemand länger stehen als nötig. Die meisten gehen lieber zur nächsten Haltestelle“, weiß ein Nadorster.

Wut: Ihrem Ärger über die Situation an den Gebäude macht Marita Barkow Luft. „Nachdem die Drogenszene per Platzverweis vom Waffenplatz verdrängt worden ist, trifft sie sich nun an der Nadorster Straße. Hier werden Drogen konsumiert und es wird gedealt. Ich weiß, dass diese Leute ihren Platz brauchen, aber hier geht das nicht so weiter.“ Die Einsatzgruppe der Polizei, die sich speziell um diese Szene kümmere, gebe sich zwar viel Mühe, „aber das allein nützt nichts“. Die Stadt dürfe nicht die Augen vor diesem Problem verschließen und „die Nadorster Straße stiefmütterlich behandeln“, meint Frau Barkow. Es gehöre zu den moralischen Verpflichtungen des Oberbürgermeisters, sich um diese Sache zu kümmern, betont sie. Wenn sich an der Lage nichts ändere, könne das Gebäude nie vermietet werden. Und dabei gebe es an der Nadorster Straße ohnehin schon viele Leerstände.

„Auf dem neuen Fußweg liegen ständig

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Hundehaufen“

Anneliese Steyer

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