Papenburg Das erste mit Flüssiggas betriebene Kreuzfahrtschaft von Aida Cruises steht kurz vor der Auslieferung. Die „AIDAnova“ verließ am Dienstagabend (19 Uhr) das Baudock bei der Papenburger Meyer Werft. Die Emsüberführung ist für Ende September vorgesehen. Für Mitte November ist geplant, dass das 337 Meter lange und 42 Meter breite Schiff mit mehr als 2600 Passagierkabinen an die Aida-Reederei übergeben wird. Die Jungfernfahrt startet am 2. Dezember in Hamburg.

Flüssiggas gilt als umweltfreundlicherer Antrieb als Diesel oder Schweröl. Aida sieht sich mit diesem Antrieb in einer Vorreiterrolle. Auch die Meyer Werft hat mit dem Bau des neuartigen Schiffes Neuland betreten. Auch, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Derzeit beschäftigt die Werft an der Ems rund 3450 Menschen.

Aida, Marktführer für Kreuzfahrten in Deutschland, hat bei Meyer bislang drei LNG-Schiffe in Auftrag gegeben und investiert eigenen Angaben zufolge mehr als drei Milliarden Euro in den Ausbau seiner Flotte.

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Schon vor der Jungfernfahrt gab es Lob für das neue Schiff und Reederei Aida vom Naturschutzbund Deutschland. Die Reederei schaffte es wegen des Schiffes beim am Dienstag vorgestellten Umwelt-Ranking 2018 auf Platz eins. Nabu-Experte Dietmar Oeliger sieht Umweltvorteile beim Betrieb mit Flüssiggas - allerdings mit Einschränkungen: Zwar seien die Abgase sauberer als bei Diesel oder Schweröl, aber auch Flüssiggas sei ein fossiler Rohstoff und belaste damit die Klimabilanz.

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„Der Umweltvorteil hängt extrem davon ab, wo das Gas herkommt“, sagte er mit Blick auf Gas, das in den USA mit der umstrittenen Fracking-Methode gewonnen wird. Reeder sollten sich das von ihnen gekaufte Gas zertifizieren lassen. Mittelfristig müsse Gas aus erneuerbaren Rohstoffen das Ziel sein - oder mit Wasserstoff betriebene Schiffe eingesetzt werden. „Auf langen Strecken sehe ich da aber noch keine Lösung in den nächsten Jahren“, sagte Oeliger.

„Wir hoffen, dass die Kreuzfahrtindustrie ein Impulsbringer für die übrige Schifffahrt ist“ sagte Oeliger. Jetzt seien die Wettbewerber gefragt, mehr in diesem Bereich zu investieren. Laut Nabu sind immer noch zu viele Kreuzfahrtschiffe ohne moderne Abgastechnik oder emissionsarmen Treibstoff unterwegs.

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