Oldenburger Land Momentan dominieren virale Infekte in den Wartezimmern der Hausärzte. Wer aber abrupt hohes Fieber und schwere Erkältungssymptome bekommt, den könnte eine echte Grippe – also eine Influenza – erwischt haben. 450 Fälle in Niedersachsen registrierte das Landesgesundheitsamt im Januar. „Die große Welle soll erst noch kommen“, sagt Hausarzt Dr. Tilo Brunnée aus Bad Zwischenahn.

Anders als in vergangenen Jahren gebe es trotz der grassierenden Grippewelle keinen Impfstoffengpass, sagt Bezirksapothekerin Dr. Gabriele Röscheisen-Pfeifer (Oldenburg). Mehrere Hersteller sicherten die Versorgung. „Die Impfstoffe sind kurzfristig bestellbar und erhältlich.“ Das Problem ist ein anderes.

Es gibt einen Dreifach-Impfstoff und einen Vierfach-Impfstoff. Letzterer deckt einen Virenstamm mehr ab – ausgerechnet den, der momentan grassiert. Doch diese Impfung bezahlen die Kassen nicht. So fasst es Detlef Haffke von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen zusammen. „Die Kassen handeln alle zwei Jahre mit Impfstoffherstellern Rabattverträge aus. Die Rabattierung gilt aber nur für Dreifach-Impfstoffe“, sagt Haffke.

Als die Verträge ausgehandelt wurden, kursierte der aktuelle Erreger nicht derart. „Das kann man nicht immer vorhersehen“, sagt Haffke weiter. Jetzt seien Kassen an einen Impfstoff gebunden, der nicht unbedingt der wirksamste sei. Ärzten, die den Vierfach-Wirkstoff verschreiben, könnten die Krankenkassen Unwirtschaftlichkeit vorwerfen und sie in Regress nehmen. Ob sie das immer täten, sei fraglich. Die ständige Impfkommission empfiehlt den Kassen die Zulassung des Vierfach-Impfstoffs.

Tipps gegen erkältungen

Richtiges Händewaschen hilft, Erkältungen vorzubeugen und die Erreger nicht weiter zu verbreiten. Unter fließendem Wasser Hände gründlich einseifen – Handinnenflächen, Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen. Wichtig: Seife mindestens 20 Sekunden gründlich verreiben

Ruhe gönnen und körperliche Belastung vermeiden, denn das Immunsystem arbeitet jetzt hart. Durch einen viralen Infekt sind die Herzmuskelzellen empfänglich für Virenbefall. Wird das Herz in dieser empfindlichen Phase mit körperlichen Aktivitäten belastet, droht eine Entzündung des Herzmuskels

Symptome lindern bekämpft zwar nicht die grundlegende Erkrankung, kann aber das Wohlbefinden steigern. Lutschtabletten, Nasenspray oder Inhalation in Maßen können gut tun

Zu Hause bleiben – auch, wenn es schwerfällt. Wer sich nicht auskuriert, ist ohnehin wenig produktiv, riskiert, die Erkältung zu verschleppen und die Kollegen im Büro anzustecken

Taschentücher nur ein Mal benutzen und in den Oberarm niesen, statt in die Handflächen. Das schützt auch vor der Verbreitung der Erreger

Tastaturen desinfizieren: An viel benutzten Gegenständen wie der Tastatur, aber auch an Schaltern und Türklinken, sammeln sich oft Viren und Bazillen. Hier hilft, sie regelmäßig zu desinfizieren

Hände weg von Mund und Nase – über die Schleimhäute können Erreger in den Körper eindringen. Eine Raumtemperatur bis 21 Grad belastet die Schleimhäute nicht, viel trinken stärkt sie zusätzlich

Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Sharon Beatty Redakteurin / Regionalredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

NWZONLINE-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten.
Meine E-Mail wird nur zu diesem Zweck verwendet.
Einwilligung jederzeit wider­rufbar, Abmeldelink in jeder E-Mail. Die Datenschutz­erklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.