Oldenburg Der Leitrüde des Rodewalder Wolfsrudels kann wie vom Umweltministerium geplant abgeschossen werden. Das hat das Verwaltungsgericht Oldenburg entschieden und damit einen Eilantrag gegen den Abschuss abgelehnt. Alternativen zur Tötung wie eine dauerhafte Vertreibung des Tieres oder Herdenschutzmaßnahmen seien nicht zu erkennen, teilte das Gericht am Freitag mit.

Weitere Wolfsrisse seien zu erwarten

„Das Gericht hat die Rechtmäßigkeit der Ausnahmegenehmigung bestätigt und ist unserer Argumentation vollumfänglich gefolgt. Es ist gut, dass wir jetzt durch den Beschluss Klarheit haben“, reagierte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Er hatte in der vergangenen Woche zunächst entschieden, den Wolf im Kreis Nienburg bis zur Gerichtsentscheidung verschonen zu wollen. Der Freundeskreis freilebender Wölfe, eine anerkannte Naturschutzvereinigung, hatte die Tötung mit dem Eilantrag bei Gericht verhindern wollen.

Der Verein kann nach Ministeriumsangaben nun innerhalb einer Woche Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen. „Wie wir mit der Entscheidung in Oldenburg juristisch umgehen, wird der Vorstand jetzt schnellstmöglich mit dem Anwalt beraten“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises, Uwe Martens, der Nachrichtenagentur dpa. Ob das Ministerium mit dem Abschuss des Wolfes bis zur Rechtskraft der Urteils wartet, blieb zunächst unklar. Angaben dazu gab es nicht.

Das Gericht verwies unter anderem auf bisherige Schäden und darauf, dass künftig weitere Wolfsrisse zu erwarten seien. Der Landesbetrieb NLWKN habe überzeugend dargelegt, dass die strengen Voraussetzungen für eine rechtmäßige Abschussgenehmigung vorlägen. Dem Leitrüden des Rudels im Landkreis Nienburg waren nach Angaben des Ministeriums genetisch mehr als 40 Risse von Nutztieren nachgewiesen worden. Darunter sind bis zu drei Ponys, ein Alpaka und bis zu zehn Rinder.

Der Leitrüde des Rodewalder Wolfsrudels kann nun wie vom Umweltministerium geplant abgeschossen werden. Die FDP forderte das Ministerium zum raschen Handeln auf. „Nun ist der Minister am Zug. Er muss dafür sorgen, dass dies auch schnell passiert. Jeder Tag, an dem der Wolf weiter herumläuft und weitere Tiere tötet, ist ein Tag zu viel“, sagte Fraktionsvize Jörg Bode.

Kurti wurde 2016 entnommen 

Bei der SPD stieß die Entscheidung des Gerichts auf Zustimmung: „Wir hoffen, dass der verhaltensauffällige Wolf nun entsprechend schnell entnommen werden kann, bevor er weitere Nutztiere reißt und sein untypisches Jagdverhalten an seine Nachkommen weitergibt“, sagte SPD-Umweltpolitiker Marcus Bosse.

Erstmals war im April 2016 ein Wolf in Niedersachsen mit behördlicher Genehmigung abgeschossen worden, weil er einen Hund angegriffen und zu wenig Scheu vor Menschen gezeigt hatte. Der Kurti genannte Wolf war anders als der Rodewalder Rüde mit einem Senderhalsband ausgestattet, sodass der Abschuss recht zügig über die Bühne ging. Das Tier stammte aus dem Munsteraner Rudel.

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