Oldenburg /Soltau /Clausthal-Zellerfeld /Bad Zwischenahn Am Mittwoch noch ganz locker mit hochgekrempeltem Hemd, Jeanshose und Freizeitschuhen, einen Tag später dann im dunklen Anzug und mit roter Krawatte: Ministerpräsident Stephan Weil hat in seine Sommerreise unter dem Motto „Ausflugs- und Urlaubsland Niedersachsen“ am Donnerstagvormittag noch fix einen offiziellen Termin eingeschoben. Nachdem Niedersachsens Regierungschef im Heide-Park auf seine Kosten kam und nach eigenen Worten „Riesenspaß“ in dem Freizeitpark in Soltau hatte, war er am Donnerstag in Oldenburg dabei, als das Forschungszentrum „Next Energy“ mit einem Festakt ins Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) integriert wurde und damit laut Weil den „Sprung in die erste Bundesliga“ geschafft hat.

Das Institut mit seinen rund 150 Mitarbeitern ist aus dem im Jahr 2007 gegründeten EWE-Forschungszentrum „Next Energy“ hervorgegangen und widmet sich heute Lösungskonzepten für die zukünftige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien.

Im Beisein von 120 geladenen Gästen, darunter neben Ministerpräsident Weil auch Thomas Bareiß, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), unterstrich die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund die Bedeutung des Oldenburger Instituts für das DLR: „Unsere Energieforschung hat verschiedene Technologien entscheidend vorangebracht, vom solarthermischen Kraftwerk bis zur Brennstoffzelle. Unserem neuen DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme kommt jetzt die Aufgabe zu, aus dieser Vielzahl an Technologien und dezentralen Einzelanlagen ein zuverlässiges Energiesystem zu gestalten. Dieses System muss nicht nur wirtschaftlich und nachhaltig sein, sondern auch gesellschaftlich akzeptiert werden.“

Weil betonte die große Bedeutung innovativer Energieforschung: „Sie ist ein zentrales Element für das Gelingen der Energiewende. Wir haben deshalb als Landesregierung die Energieforschung ins Zentrum unserer Förderpolitik gerückt.“ Vor diesem Hintergrund sieht er die Entwicklung in Oldenburg positiv: „Es freut mich sehr, dass das ehemalige Energieforschungsinstitut Next Energy künftig als DLR-Institut eine noch wichtigere Rolle einnehmen wird.“ Mit Blick auf den neuen, etwas umständlichen DLR-Namen schlug Weil vor, den Begriff „Next Energy“ nicht ganz zu streichen, sondern im Untertitel des Instituts weiterzuführen. Dem anwesenden ehemaligen EWE-Vorstandsvorsitzenden Dr. Werner Brinker dankte Weil für sein Engagement in der Energieforschung. Aus der einst zarten Pflanze „Next Energy“ sei ein starker Baum geworden.

Eine Einschätzung, die Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (Berne/Wesermarsch) teilt. Schriftlich ließ der CDU-Politiker mitteilen: „Für das Gelingen der Energiewende ist der Ausbau der Energieforschung ein zentrales Element – hierzu wird das neue DLR-Institut am Standort Oldenburg einen wesentlichen Beitrag leisten.“

Nach Oldenburg war Weil direkt nach einer Übernachtung im Heide-Park-Abenteuerhotel gekommen. Der Ministerpräsident war am Mittwoch erstmals in dem Freizeitpark und zeigte sich begeistert. Als junger Mann sei er öfter Karussell gefahren, dann lange Zeit nicht und jetzt wieder. Und: Er kann es und verträgt es noch. „Nur fliegen ist schöner“, sagte Weil, nachdem er mit Sturmfrisur aus dem „Flug der Dämonen“ stieg.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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