Oldenburg Hat die EWE ihren Vorstandschef Matthias Brückmann wegen der Klitschko-Affäre zu Recht gefeuert oder zu Unrecht? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Donnerstag, 18. Januar, ab 11 Uhr das Landgericht Oldenburg. Brückmann klagt auf Wiedereinstellung und auf Zahlung ausstehender Bezüge seit der fristlosen Entlassung am 22. Februar 2017. Es dürfte sich dabei um eine hohe sechsstellige Summe handeln.

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In der Verhandlung wird es aber nicht allein um Geld und um eine mögliche Rehabilitierung des geschassten Vorstandsvorsitzenden gehen. Es ist das erste Mal, dass ein Gericht die Vorwürfe gegen Brückmann überprüft. Der Aufsichtsrat der EWE hatte ihn wegen einer „Vielzahl grober Verfehlungen“ entlassen und ihm vorgeworfen, gegen Unternehmensregeln verstoßen zu haben.

Nach Informationen der NWZ interessiert sich die Zivilkammer dabei vor allem für einen Vorgang: für die 253 000-Euro-Spende an die Stiftung der Boxer Wladimir und Vitali Klitschko, die Brückmann auf einer Gala in Kiew eigenmächtig zugesagt haben soll.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, will die Kammer am 18. Januar drei Zeugen hören. Einer davon ist Brückmanns Ex-Kollege Michael Heidkamp, Vertriebsvorstand bei der EWE. Heidkamp hatte damals die vorgeschriebene zweite Unterschrift auf der Spendenanweisung geleistet.

Wie das Landgericht auf Nachfrage mitteilte, soll es bei den Zeugen-Vernehmungen um die Frage gehen, ob Brückmann die Zahlung an die Klitschko-Stiftung im Unternehmen als Spende kommunizierte oder als Sponsoring, also als vertraglich zu regelnde Leistung für eine Gegenleistung.

Unabhängig von dem Zivilverfahren ermittelt weiterhin die Staatsanwaltschaft gegen Brückmann und Heidkamp.

Die Klitschko-Spende und die Entlassung Brückmanns hatten die EWE in die größte Krise der Unternehmensgeschichte gestürzt.


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Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
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