Oldenburg /Im Nordwesten Er ist für Bäume und Menschen schädlich, und er breitet sich auch im Nordwesten immer aus: Im Moment bekämpfen viele Kommunen den Eichenprozessionsspinner, indem sie die Nester von den Bäumen absaugen. Auch die Landwirtschaftskammer in Oldenburg hat das Problem erkannt und ein Merkblatt veröffentlicht.

Woher stammen die Raupen?

Der Eichenprozessionsspinner ist eine heimische Art, die sich allerdings seit 1990 stark verbreitet hat. In den vergangenen Jahren habe sie sich von Osten kommend nach Südosten ausgeweitet, sagt Thomas Brand von der Landwirtschaftskammer. Im Südosten Niedersachsens sind laut Landwirtschaftskammer alle Landkreise bis zur hessischen Grenze betroffen.

Wo gibt es die Raupe noch?

Im Nordwesten ist der Eichenprozessionsspinner aus dem Süden und teilweise aus dem Westen eingewandert. Schon seit längerer Zeit gibt es ihn im südlichen Emsland. Seit einigen Jahren kommt er auch im Osnabrücker Land vor. In diesem Jahr wurde die Raupe erstmals in den Kreisen Leer, Cloppenburg, Diepholz und Stadt und Landkreis Oldenburg gesichtet. Auch der Landkreis Vechta ist betroffen.

Was macht die Raupemit den Eichen?

Die Raupen fressen das Eichenlaub und Triebe der Bäume. Die Bäume können zwar mit dem Schädling zurechtkommen, wenn sie ansonsten vital sind. Aber wenn die Bäume mehrfach hintereinander von den Raupen geschädigt werden, werde es problematisch.

Wie bekämpftman die Raupen?

Es gibt unterschiedliche Bekämpfungsstrategien. In den meisten Kommunen setzen die Verantwortlichen auf das Absaugen der Raupennester. Auch thermische Behandlungsstrategien, etwa mit heißem Wasser, werden derzeit erprobt. Die Stadt Nordhorn hat im Frühjahr Fallen in die Bäume gehängt – es ist nach Auskunft der Stadt im Moment noch zu früh, um die Wirkung zu beurteilen.

Was sind die Gefahren?

Die feinen Härchen der Raupen können Atembeschwerden, Juckreiz und Entzündungen auslösen. Auch Schwindel und Fieber kann das in den Brennhaaren enthaltene Nesselgift Thaumetopoein verursachen. In extremen Fällen droht sogar ein lebensgefährlicher allergischer Schock. Menschen sollten befallene Bäume meiden.

Was begünstigtdie Ausbreitung?

Der Klimawandel begünstigt Angaben von Experten zufolge die Ausbreitung. Die Bäume stehen unter Hitzestress und seien daher geschwächt, sagt Brand. Auch die Witterung während der Raupenentwicklung begünstigt das Wachstum der Population, heißt es vom Julius-Kühn-Institut in Braunschweig. Zu den natürlichen Feinden gehören neben Insekten wie der Schlupfwespe auch der Kuckuck und der Wiedehopf.

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