Oldenburg Mal kurz für Testzwecke das Stromnetz in Oldenburg bis zur Belastungsgrenze treiben? Im schlimmsten Fall könnte das sogar einen vollkommenen Stromausfall, einen Blackout, zur Folge haben. In der Realität geht das nicht: „Wir brauchen eine Umgebung, in der wir testen können“, betonte Dr. Urban Keusen (EWE AG, Vorstand Technik) am Dienstag in Wechloy. Dort eröffnete er gemeinsam mit Prof. Dr. Carsten Agert (Direktor DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme), Dr. Karsten von Maydell (Abteilungsleiter Energiesystemtechnologie), Prof. Dr.-Ing. Karsten Lemmer (DLR-Vorstand) und im Beisein von rund 60 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik das Emulationszentrum für Vernetzte Energiesysteme (kurz: NESTEC) am DLR-Institut (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) Standort Oldenburg.

2007 gegründet

Gegründet worden ist das DLR 2007 unter dem Namen EWE-Forschungszentrum Next Energy. 2017 wurde es ins DLR integriert. 150 Leute arbeiten dort.

Zwei Institutsgebäude gibt es, das erste und größere steht in Wechloy, das zweite in der Innenstadt Oldenburgs. Abteilungen sind die Stadttechnologien, die Energiesystemtechnologien und die Energiesystemanalyse.

Hinter dem Begriff NESTEC verbirgt sich die Möglichkeit, bereits heute die Belastungen der künftigen Netzstrukturen präzise und kostensparend zu berechnen, bevor sie verlegt werden. Forscher können einen Blick in die Zukunft der Verteilnetze werfen, jenem Bereich des Energiesystems, an den Häuser, Batteriespeicher oder Elektroautos angeschlossen sind. Mit dem neuartigen Labor kann das DLR ein typisches Wohnquartier nachempfinden. Insgesamt bis zu 18 Häuser, Elektroautos oder auch Photovoltaikanlagen lassen sich simulieren – ob reale oder genormte Nutzerprofile. Verbunden ist das Labor mit drei Pkw-Ladesäulen. Hier kommen simulierte als auch echte Autos zum Einsatz – zum Beispiel von Mitarbeitern. Trotz der Realitätsnähe findet die Forschung im NESTEC in einem abgeschirmten System statt: Der rund 180 Quadratmeter große Laborkomplex verfügt über einen eigenen Trafo und ist weder mit den übrigen Bereichen des Institutsgebäudes, noch mit dem umgebenden Verteilnetz verbunden. Auch Versuche mit einem Blackout hätten keine Auswirkungen auf Außenwelt oder Verbraucher.

Tonia Hysky Redakteurin / Redaktion Kultur/Medien
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