Leer Die „Warsteiner Admiral“ nimmt trotz der Corona–Krise Kurs auf die neue Saison. Ostern sollte Startschuss sein für das Familienunternehmen Germania Schifffahrtsgesellschaft aus Leer, das Fahrten auf Ems und Leda und im Leeraner Hafen anbietet. Die derzeitige Situation zwingt aber auch Kapitän Jens-Eilert Brinkmann und sein Team zu Umdisponierungen, auch wenn Brinkmann noch so gerne mit seiner „Warsteiner Admiral“ ablegen würde, denn sein Schiff fährt zur neuen Saison mit einem umweltfreundlicheren Treibstoff.

„Der Plan war ursprünglich, dass wir am Karfreitag die erste Hafenrundfahrt mit der ,Koralle‘ anbieten wollen. Jetzt werden wir wegen des Corona-Virus erst nach Ostern die Lage beurteilen und gehen momentan davon aus, dass wir am 1. Mai mit den Hafenrundfahrten beginnen“, sagt Nico Pülscher, Assistent der Geschäftsführung im Gespräch mit unserer Redaktion.

Beitrag für die Umwelt

Kapitän Jens-Eilert Brinkmann gibt zu: „Wir sind momentan schon sehr verunsichert. Selbst wenn wir bereit sind, heißt das nicht, dass die Gäste es auch sind. Wir müssen es nehmen, wie es kommt. Unsere Schiffe werden auf alle Fälle klar sein für die Saison.“

Der Leeraner hat für die Germania-Flotte einen umweltfreundlicheren Treibstoff eingeführt und leistet damit nach eigenen Angaben „unseren Teil für die Umwelt“. Alle drei Schiffe des Unternehmens fahren erstmals in dieser Saison mit Gas-to-liquid-Diesel (GTL-Diesel).

„Das ist synthetischer Treibstoff, der aus Erdgas gewonnen und durch chemische Prozesse bei Raumtemperatur in flüssigen Kraftstoff umgewandelt wird.“ Die Vorteile liegen laut Brinkmann klar auf der Hand. „GTL ist farblos und geruchsarm, es entstehen kein Schwefel und kein Ruß, die Emissionen sind wesentlich geringer.“ Feinstaub und Stickoxide werden Brinkmann zufolge um bis zu 15 Prozent reduziert. „Auch unsere Gäste werden den Unterschied merken, weil der Motor leiser läuft und nahezu keine Gerüche mehr entstehen.“ Auch wenn der neue Kraftstoff für das Unternehmen nach eigenen Angaben teurer ist, werden die Fahrpreise nicht angehoben.

Neue Jahres-Highlights geplant

Der synthetische Kraftstoff für den deutschen Markt kommt nach Angaben des Mineralölkonzerns Shell GTL Fuel aus der weltweit größten GTL-Produktionsanlage Pearl in Katar. Deutschland ist nach Angaben des Konzerns neben Frankreich, Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden eines der wenigen europäischen Länder, das mit dem Kraftstoff beliefert wird. Eingesetzt werden kann es auch für den Antrieb von Bussen im Öffentlichen Personennahverkehr, aber auch für Land- und Baumaschinen.

Neu in diesem Jahr im Fahrplan der Germania Schifffahrtsgesellschaft sind die „Frühstücksfahrten“ von Leer nach Ditzum. Brinkmann verweist auf gleich mehrere Termine für jeweils maximal 250 Gäste ab Mai. „Das Besondere an diesem Ausflug ist, dass wir in Ditzum zwei Stunden Liegezeit haben, in denen die Gäste das idyllische Dorf erkunden können. Bei uns ist das genauso wie auf einem Kreuzfahrtschiff: eine schöne Fahrt mit gutem Essen und dann ein interessanter Landausflug“, so der Leeraner schmunzelnd.

Neben den „Kreuzfahrten“ zwischen Leer und Ditzum stehen 2020 auch Fahrten in die Niederlande, nach Groningen und Delfzijl, sowie der „Klassiker“ zwischen Leda und Ems an.

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Ein weiteres Highlight der neuen Saison sind die Krimitouren mit der MS „Koralle“. Der Leeraner Autor Peter Gerdes erzählt dann während der Fahrt spannende Kurzgeschichten und gibt den maximal 80 Gästen an Bord des Grachtenbootes Einblicke in die ostfriesische Krimiwelt.

Kapitän Jens-Eilert Brinkmann und seine Familie freuen sich schon jetzt auf eine tolle Saison, wenn sie wieder Einheimischen und Gästen gleichermaßen zeigen können, wie reizvoll „unser Ostfriesland“ von der Wasserseite ist.

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