CLOPPENBURG Rund 30 Menschen sind seit 1979 erkrankt. Sie wohnen maximal einen Kilometer von der Deponie entfernt.

Von Carsten Mensing,

Redaktion Cloppenburg CLOPPENBURG - Im Umfeld der alten Cloppenburger Mülldeponie in Stapelfeld gibt es nach Einschätzung der Anwohner auffällig viele Menschen, die an Krebs erkrankt oder bereits daran gestorben sind. Jetzt wollen der Landkreis, das Landesgesundheitsamt und das Krebsregister die Fälle untersuchen. Dazu werden seit Freitag Fragebögen an 1500 Bürger verschickt, die im Umkreis der Deponie wohnen. Die Anwohner sollen Auskunft geben, ob sie in den vergangenen 20 Jahren an Krebs erkrankt sind. Gefragt wird auch nach der Art der Krankheit, wann die Diagnose gestellt wurde und von welchem Arzt. Die Daten sollen dann mit denen des Krebsregisters verglichen und nach Auffälligkeiten untersucht werden.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte der „Verkehrs- und Verschönerungsverein für den Cloppenburger Südwesten“ (VVC). Der Verein hatte im vergangenen Oktober eine Liste von rund 30 Betroffenen – die seit 1979 erkrankt sind – Ministerpräsident Christian Wulff, Landrat Hans Eveslage und Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (alle CDU) zugeschickt. Die Menschen leben bzw. lebten maximal einen Kilometer von der alten Deponie entfernt. Diese macht den Anwohnern Angst – ist dort doch seit den 70er-Jahren bis Anfang der 90er vermutlich giftiger Abfall verklappt worden.

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Michael Hoopmann vom Landesgesundheitsamt erklärte, dass zunächst einmal geprüft werden müsse, ob die Zahl der Krebserkrankungen in diesem Bereich unverhältnismäßig hoch sei. „Selbst wenn das der Fall ist, liefert dies noch keine Beweise für die Ursachen der Erkrankungen. Weitere Untersuchungen müssen dann folgen.“

Auch Joachim Kieschke vom Epidemiologischen Krebsregister Niedersachsen betonte, dass es äußerst schwer werde, aus dem bereits vorliegenden und dem noch zu ermittelnden Zahlenmaterial konkrete Schlussfolgerungen zu ziehen. „Ganz allgemein hat sich die Zahl der Krebserkrankungen in Deutschland innerhalb von 40 Jahren verdoppelt.“ Dies – so Kieschke – liege unter anderem auch daran, dass die Bevölkerung immer älter werde. Und im Alter seien die Zellen anfälliger für Krebs.

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