Wilhelmshaven Die Liste der Vorwürfe ist lang. Sie gipfelt in der Feststellung, dass der ehemalige Geschäftsführer des Wilhelmshavener Reinhard-Nieter-Krankenhauses, Prof. Jörg Brost, sich mehr um das eigene finanzielle Wohlergehen als um den wirtschaftlichen Betrieb der städtischen Klinik gekümmert habe.

Insbesondere habe er sich durch trickreiches Vorgehen und Verschweigen wichtiger Tatsachen eine beispiellos lukrative Ruhestandsregelung erschlichen – zu Lasten des Krankenhauses. 75 Prozent des Geschäftsführergehalts hat das Krankenhaus danach dem ausgeschiedenen Chef weiterhin zu zahlen. Der Vertrag ist inzwischen nicht nur Gegenstand eines staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts auf schwere Untreue, sondern wurde auch von der Stadt „aus wichtigem Grund“ fristlos gekündigt.

Am Mittwoch beschäftigte sich das Arbeitsgericht Wilhelmshaven mit dem Thema – und wies eine Klage Brosts gegen die Kündigung zurück. Auch die Kosten des Verfahrens – bei einem Streitwert von 56 255,63 Euro – hat der ehemalige Krankenhaus-Chef, der gegen das Urteil Berufung einlegen kann, zu tragen. Der Streitwert zeigt, wie wichtig das Verfahren für beide Seiten ist. Üblicherweise wird das dreifache Brutto-Monatsgehalt als Streitwert festgesetzt. Danach würde es um einen Monatsbetrag von mehr als 18 000 Euro gehen.

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Brost hatte durch seinen Anwalt im Prozess zugeben lassen, dass ihm in der Angelegenheit „Fehler unterlaufen“ seien. So seien bei seinem Ausscheiden auch Beträge zurückabgewickelt worden, die er zuvor unberechtigt erhalten habe.

Der städtische Anwalt, der von einem gründlichen Versagen der Wirtschaftsprüfer und der städtischen Aufsichtsgremien sprach, warf Brost schwere Verstöße und Pflichtverletzungen vor. So habe er bewusst und vorsätzlich die schlechte wirtschaftliche Lage des Krankenhauses verschleiert, indem er teilweise bis zu 7,5 Millionen Euro ungenehmigte Kredite für das Krankenhaus aufgenommen habe. Dabei habe er unter anderem die Gemeinnützigkeit der Krankenhausgesellschaft gefährdet.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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