WOLFSBURG /HAMBURG /LONDON

und unseren Agenturen WOLFSBURG/HAMBURG/LONDON - In der VW-Korruptionsaffäre hat das Verwaltungsgericht Braunschweig von VW Nachweise dafür gefordert, dass der Konzern bei der Weiterzahlung von Gehältern an Abgeordnete definitiv keine politische Einflussnahme ewartet hat. Eine entsprechene Aufforderung ging nach Auskunft des Gerichts am Dienstag schriftlich an den Wolfsburger Autobauer.

Die Kammer will unter anderem wissen, wie viele Abgeordnete von der VW-Richtlinie betroffen waren. Ob der Staatsanwaltschaft bereits entsprechende Unterlagen zugeangen seien, dazu wollte ein Konzernsprecher gestern auf Anfrage keine Stellung nehmen. Allerdings werde VW das Verwaltungsgericht „bei der Klärung der Fragen nach Kräften unterstützen“, hieß es.

Das Verwaltungsgericht will die Motive für die Gehaltsfortzahlung der SPD-Landtagsabgeordneten Ingolf Viereck und Hans-Hermann Wendhausen genau erkunden. Die beiden Politiker hatten neben ihren Diäten über zehn Jahre auch ihr VW-Gehalt weiter kassiert und sollen deswegen nun zusammen mehr als 750 000 Euro an das Land abführen. Dies ist dem Gericht zufolge nur möglich, wenn das Geld als eine Form der Korruption gezahlt wurde, damit Politiker im Landtag VW-Interessen vertreten.

Derweil hat die Konzernspitze neue Vorwürfe gegen den früheren Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer erhoben. In einem „Stern“-Interview warf VW-Chef Bernd Pischetsrieder Gebauer vor, dieser habe versucht, Menschen „abhängig“ zu machen. „Es gibt eine Reihe von Mitarbeitern, die mir sagten, von ihm Geld angeboten bekommen zu haben, es aber nicht angenommen hätten“, sagte Pischetsrieder.

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Der frühere Konzernchef und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch sagte, das Netz der Tarnfirmen sei komplizierter als gedacht. „Anscheinend“ sei der Kreis der nicht zum Unternehmen gehörenden Beteiligten größer als erwartet. Pischetsrieder erklärte, von den „Lustreisen“ der Betriebsräte auf Konzern-Kosten hätten er und Piëch nichts gewusst.

Zur Aufklärung der Affäre sagte Ferdinand Piëch, von den „Millionen Seiten“ umfassenden Dokumenten seien bisher „noch keine zehn Prozent“ überprüft worden. Einen Abschlussbericht der von Volkswagen eingeschalteten Wirtschaftsprüfer erwartet die VW-Spitze nicht vor Ende Oktober.

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