Oldenburger Land /Im Nordwesten In vielen Flüchtlingsunterkünften in Niedersachsen und Bremen gibt es in der Advents- und Weihnachtszeit besondere Angebote. Mit geschmückten Tannenbäumen, Musik und Geschenken versuchen Betreiber den Bewohnern eine Freude zu machen.

So auch im Oldenburger Land. „Wir zwingen natürlich niemanden und wollen keinen missionieren, aber wer das Weihnachtsfest feiern möchte, ist dazu herzlich eingeladen“, betont Dieter Holzapfel, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Landesverband Oldenburg. „Wir gehen mit diesem Thema sensibel um. Denjenigen, die Weihnachten feiern möchten, wird ein möglichst schönes Fest bereitet“, fügt Holzapfel hinzu. Im ehemaligen Mios-Großmarkt am Stubbenweg in Oldenburg-Etzhorn, wo derzeit 251 von geplanten 500 Flüchtlingen untergebracht seien, plant der Bürgerverein Etzhorn laut Holzapfel beispielsweise, allen Kindern in der Unterbringung an Heiligabend ein Geschenk zukommen zu lassen.

1200 Flüchtlinge

Insgesamt betreut der Landesverband Oldenburg des DRK in seinen zehn Kreisverbänden (Ammerland/Westerstede, Cloppenburg, Delmenhorst, Jeverland, Oldenburg-Stadt, Oldenburg-Land/Hude, Varel, Vechta, Wesermarsch/Nordenham und Wilhelmshaven) laut Holzapfel aktuell rund 1200 Flüchtlinge.

In Bremen, erzählt Mageda Abou-Khalil, die für die Übergangswohnheime des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) zuständig ist, hätten die Bewohner der Heime beim Aufbauen und Schmücken der Weihnachtsbäume geholfen. „Das macht eine ganz andere Atmosphäre.“ Für alle Menschen in den 18 ASB-Unterkünften werden Weihnachtsfeiern organisiert. Deutsche und Asylsuchende kümmern sich gemeinsam um die Vorbereitungen und kochen zum Beispiel arabisches Essen. „Der Weihnachtsmann kommt und verteilt Geschenke an die Kinder.“ Mit dem christlichen Fest seien viele Flüchtlinge vertraut. „In Syrien gibt es viele Christen“, erklärt die Muslimin aus dem Libanon, die seit 1978 in Deutschland lebt.

Auch in der Ortschaft Sumte im Landkreis Lüneburg wird gefeiert. „Wir haben für die Kinder eine kleine Überraschung vorbereitet“, sagt Leiter Jens Meier vom Arbeiter-Samariter-Bund, der die Notunterkunft in dem Ort mit nur 102 Einwohnern betreibt. „Es wird Weihnachtsmusik auch mit Beteiligung syrischer Flüchtlinge geben. Es sind ein paar ausgezeichnete Musiker dabei.“

Fröhliches Fest

Vorher werde in Sumte auch weihnachtlich geschmückt. „Es soll zu später Stunde fröhlich zugehen – auch mit Tanz, aber ohne Alkohol“, stellt Meier klar.

In den niedersächsischen Erstaufnahme-Einrichtungen fallen die Weihnachtsfeiern in diesem Jahr aus, weil die Mitarbeiter durch den Stress der vergangenen Monate überlastet seien, sagt der Sprecher des Innenministeriums, Matthias Eichler. Die Einrichtungen seien überfüllt, die Mitarbeiter hätten sehr viel zu tun. „Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass Bürger sich für Flüchtlinge engagieren – so wie bei uns im Oldenburger Land“, bekräftigt DRK-Präsident Holzapfel.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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