CLAUSTHAL-ZELLERFELD Die Entscheidung der Unesco, die historische Oberharzer Wasserwirtschaft als Welterbe anzuerkennen, hat im Harz Begeisterung hervorgerufen. Verantwortliche erhoffen sich einen Schub für die touristische Entwicklung der Region.

„Das ist ein Riesen-Pfund“, freut sich die Chefin des Harzer Tourismusverbandes (HTV), Carola Schmidt. Dass der Harz jetzt auch mit der Wasserwirtschaft als Welterbe werben könne, sei mit Geld nicht zu bezahlen.

Er glaube fest an „positive Auswirkungen für Wirtschaft und Tourismus im Oberharz“, sagt auch der stellvertretende Verwaltungschef der gleichnamigen Samtgemeinde, Helmut Martin. Rund um den Gemeindesitz Clausthal-Zellerfeld konzentrieren sich die meisten Teile des weit verzweigten mittelalterlichen Wassersystems, das die Bergleute zur Energiegewinnung geschaffen haben.

Renke Droste, der kaufmännische Leiter der Harzwasserwerke (HWW), die das ausgeklügelte System von Teichen, Gräben, Stollen und Wasserläufen mit Millionen-Aufwand instand halten, möchte am liebsten sofort mit der geplanten museumspädagogischen Aufbereitung der Anlagen beginnen. Touristisch interessant sei vor allem das weitläufige Wanderwegenetz entlang der künstlich angelegten Gräben, sagte Droste. Das Wegenetz solle überarbeitet und verbessert werden. Im Nationalpark befinden sich bedeutende Teile der historischen Anlage, unter anderem der 1720 errichtete Oderteich, der bis ins 19. Jahrhundert Mitteleuropas größte Talsperre war.

Die Wasserwirtschaft als bislang „kaum bekanntes Kleinod“ werde künftig als Zugpferd für den gesamten Harz dienen, hofft HTV-Chefin Schmidt. Dazu sei es aber erforderlich, „den Gästen klarzumachen, was für einen Schatz wir hier haben“.

Das glaubt auch HWW-Geschäftsführer Droste. An vielen der erhaltenen rund 150 Stauteichen, an Wasserläufen, Gräben oder Stollen seien zwar schon heute Tafeln mit Erläuterungen angebracht. Bedeutung und Ausdehnung des Wassersystems seien vielen Harz-Besuchern aber kaum bekannt.

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Die südniedersächsische Grünen-Bundestagsabgeordnete Viola von Cramon nannte die Oberharzer Wasserwirtschaft „ein hervorragendes Beispiel für Wasserkraft als regenerative Energiequelle“. Zu verdanken sei der Erfolg vor allem Prof. Reinhard Roseneck als Verfasser des deutschen Unesco-Antrages, erklärte der Präsident der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK), Braunschweigs Oberbürgermeister Gert Hoffmann.

Das Projekt sei eine „Riesen-Chance“, sagt Nationalparksprecher Knolle. „Es liegt jetzt an uns Harzern, was wir daraus machen.“

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