Betrifft: „Boulevard auf Heiligengeistwall“ (NWZ vom 27. November 2007), „Mehr Parkplatz an den Wällen“ (NWZ vom 18. Januar) u.a.

Das einzige nach Oldenburg Passende am Boulevard ist, dass die Franzosen das Wort aus dem plattdeutschen „Bollwark” entlehnten. So kam es auch nach Skandinavien, England, Polen und Russland. Gemeint ist der Wall. Entsprechend wurde er in Oldenburg erst jüngst für viel Geld wieder hergerichtet.

Zum Lustwandeln wird sich diese Straße weniger eignen. Meist pfeifen hier die Westwinde durch und die Sonne macht sich auf der NNW- Seite rar. Lasst bitte die Linden, die heiligen Bäume der Liebe. Pflanzt noch welche hinzu, auch auf die andere Seite. Macht doch wieder mal was Schönes. Das passte eher zu Oldenburg. Zugang zu den Geschäften ist meist von der Wallstraße. Da scheint die Sonne.

Günter Brüning

Oldenburg

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Betrifft: „Anlieger für Ausbau des alten Walls – Streit um Linden (NWZ vom 11. Februar)

So einfach ist das also: Der Hauptgrund für das Phänomen von sechs leer stehenden Geschäften am Heiligengeistwall ist primär in einigen fehlenden Parkplätzen zu suchen. So sieht es zumindest Hartwig Schmidt, Sprecher einiger Anlieger.

Interessanter Begründungszusammenhang, fehlende Parkbuchten und nicht die nötige Investitionsbereitschaft finanzkräftiger Hausbesitzer zur Ursache dieses Problems zu erklären. Seltsam die Vorstellung, dass ohne einen Parkplatz vor der Geschäftstür der Laden nicht läuft. Nun wird das Investieren in die „Schandflecken am Heiligengeistwall“ also von wenigen Parkbuchten abhängig gemacht.

Wenn erst einmal die ECE-Mall am Schloss für weitere Leerstände in der Innenstadt gesorgt hat, wird schnell die Forderung nach Öffnung eines Teils der Fußgängerzone für Autos laut werden.

Doris Niemann

Oldenburg

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(...) Unter Federführung von Verkehrsdezernentin Opphard wurde (...) ein Verkehrsentwicklungskonzept von allen relevanten Gruppen im Konsensverfahren als Leitlinie für die nächsten Jahre beschlossen. Dies hat viel Zeit und Geld gekostet.

Eines der Ziele ist der Abbau der „Streuparkplätze“ entlang des Wallringes, um den Parksuchverkehr zu verhindern. Mit Hilfe eines teuren Verkehrsleitsystems werden die Pkw nun ohne lästige Parkplatzsuche direkt in eines der zahlreichen Parkhäuser geleitet. Das ist gut für das Klima und verhindert zusätzlichen Lärm. Die Besucher kommen schnell und ohne Umwege ins Parkhaus. (...)

Was jetzt aber Stadtbaurat Egon Pantel mit Hilfe einiger Kaufleute am Heiligengeistwall betreibt, ist reine Augenwischerei, Geldverschwendung und ein Schildbürgerstreich. Es soll ein Boulevard entstehen, der in Wirklichkeit keiner ist. Dort, wo vor ca. 17 Jahren aus Gründen eines zügigen Verkehrsflusses die Parkplätze zurückgebaut wurden, sollen sie wieder hin. Dies zu Lasten der unter Landschaftsschutz stehenden Wallanlagen. (...) Es ist ein Rückfall in die Vergangenheit und planerisch ein Skandal. Denn am Theaterwall wird ähnliches erwogen. Alles ohne ein diskutiertes Konzept (...). 700 Busse befahren den Wall täglich, und es sind Millionen für ein Busbeschleunigungsprogramm ausgegeben worden. Jetzt sollen Busse und PKW wieder durch Ein- und Ausparkvorgänge am Wall im Stau stehen? Das alles, obwohl Parkhäuser in direkter Nähe ausreichend Platz bieten.

(...) Fahrbahnerneuerung und vernünftige Nebenanlagen für Fußgänger und Radfahrer ja, Wiederanlage von Parkplätzen und Fällung der 20 Linden nein!

Wilfried Jankowski

Oldenburg

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„Ein Symbol für Bürgerengagement“ titelte die NWZ am 22. März 1999. Neben 60 anderen Bäumen wurden am Heiligengeistwall zwei Linden gepflanzt.

Viel Geld ist in mühevoller Arbeit privat gesammelt worden. Die beiden genannten Linden waren die grandiosen Pilotpflanzungen, die das gesamte Projekt „Neue Bäume braucht die Stadt“ einleiteten. In einem Handstreich sollen sie dahin gehen! Es ist beschämend und frustrierend für alle damals und heute Beteiligten, wie hier das einstige Bürgerengagement zerstört werden soll, und das für ein paar zusätzliche Parkplätze sowie einen merkwürdig anmutenden Straßenverbreiterungswunsch einer historischen Stadtanlage mit klimaschützenden Bäumen!

Jetzt soll dieses Bürgerengagement, was u.a. durch Mitglieder der Oldenburger Naturschutzgruppe „BINSE“ federführend begleitet wurde und von zahlreichen Vereinen mitgetragen wurde, Axt und Säge zum Opfer fallen. Welch ein Hohn für die Kinder, die die beiden in den Oldenburger Farben rot und gelb geschmückten Bäume pflanzten (siehe NWZ). (...)

Das Stadtbild sollte dereinst verbessert werden, aber im Oldenburger Rathaus meint man wohl derzeit, dass Oldenburg zu viele Bäume hat. Das sollte sich nach der nächsten Wahl (so lange sie leider noch entfernt ist) sicherlich wieder zugunsten des Oldenburger Grüns ändern. So lange gilt: Linden stehen lassen!!

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Jörg Grützmann

Oldenburg

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