Wilhelmshaven Nach monatelangem Zwangsaufenthalt vor der Insel Wangerooge bleiben drei Containerschiffe vorerst weiter in Wilhelmshaven an der Kette. Das hat das Arbeitsgericht am Mittwoch in einem Eilverfahren entschieden. Darin ging es um die früher für die dänische Reederei Maersk fahrenden Containerschiffe „Maersk Valletta“, „Maersk Vigo“ und „Maersk Vancouver“. Sie mussten im Sommer wochenlang vor Wangerooge ankern, weil sich der marokkanische Reeder nicht mehr um sie gekümmert hatte. Das Gericht erkannte jetzt Forderungen der Seeleute um ausstehende Heuern in Höhe von 118 300 Euro weitgehend an.

Als sich im Sommer die Versorgungslage auf den ankernden Schiffen zugespitzt hatte, organisierte das deutsche Havariekommando in Cuxhaven das Einlaufen in Wilhelmshaven. Die internationale Transportarbeitergewerkschaft ITF in Bremen erreichte anschließend, dass die 41 Seeleute bis auf eine Notmannschaft für jedes Schiff nach Hause fliegen konnten.

Reedereivertreter und Anwälte der Seeleute versuchten jetzt erneut vor dem Arbeitsgericht Wilhelmshaven, komplizierte internationale Rechtsfragen um entstandene Kosten zu klären. Dabei ging es um noch offene Heuern, unbezahlte Überstunden, Ansprüche auf Urlaubsgeld und auf Schmerzensgeld.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Der Bremer Anwalt Jürgen Maly, der die Seeleute im Auftrag der ITF vertritt, warf der Reederei schwere Versäumnisse vor: „Sie hat sich nicht um normale Aufgaben gekümmert, hat nicht für Essen und die Heuer der Seeleute gesorgt. Der Koch musste angeln, um für die Besatzung zu kochen“, kritisierte er in der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht.

Bislang hatte der deutsche Anwalt des Reeders dafür gesorgt, dass bis Ende August ausstehende Heuern in Höhe von rund 252 000 Euro bezahlt wurden. Nach ITF-Angaben stehen jedoch insgesamt weitere Summen in Höhe von rund 363 000 Euro aus.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.