Hannover /Wolfsburg Welche Gefahren lauern in der VW-Krise für Niedersachsen? Die rot-grüne Landesregierung erfuhr von dem US-Skandal „erst am Wochenende über die Medien“, versichert Regierungssprecher Olaf Reichert am Mittwoch, während zeitgleich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der Krisensitzung des Aufsichtsrats-Präsidiums sitzt. Immerhin hält das Land über 59 Millionen Stamm-Aktien des Unternehmens. Doch das Finanzministerium reagiert gelassen. „Ein Verkauf ist nicht geplant, daher werden die Kursverluste nicht realisiert“, sagte eine Sprecherin von Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD).

Größere Sorgen müssen sich wohl Kultur und Wissenschaft machen. Der VW-Konzern fördert mit Millionen-Beträgen Forscher, Universitäten und wichtige Einrichtungen. Ohne die Volkswagen-Stiftung wären wichtige Projekte nicht möglich. Bleibt es dabei?

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Der CDU-Wirtschaftsexperte Dirk Toepfer ahnt Gefahren für die Wirtschaft und damit für Arbeitsplätze in Niedersachsen. „Unsere Zulieferer-Industrie produziert auch für den US-Markt und VW dort“, verweist Toepfer auf wichtige Aufträge aus Übersee, beispielsweise für Teile wie Bremsschläuche. Zudem werden in Niedersachsen auch VW-Fahrzeuge für den US-Markt gefertigt. Wenn dieser teilweise zusammenbreche, wären die Folgen hierzulande unmittelbar spürbar.

Auch für die Landespolitik sagt Toepfer Auswirkungen voraus. Bei einem Gewinneinbruch würde Volkswagen „unter Garantie“ den Rotstift bei Zahlungen für Mitarbeiter erst ganz zum Schluss ansetzen. „Aber Kultur und Wissenschaft in Niedersachsen werden die Krise als erste spüren“, prophezeit der CDU-Landtagsabgeordnete, der im Parlament auch die Rolle von Ministerpräsident Weil und Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD, Sande) klären möchte. „Wie haben Weil und Lies reagiert, als der ausgeschiedene Aufsichtsratschef Piech seine Distanz zu VW-Chef Winterkorn mit Problemen auf dem US-Markt begründete“, bleibt für Toepfer eine spannende Frage an die Landesregierung.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.