HANNOVER Die Banden stammen aus Bulgarien und Litauen. 50-Euro-„Blüten“ sind bei den Tätern besonders beliebt.

Von Thorsten Langenbahn HANNOVER - Die Zahl der Falschgeldfälle hat sich in Niedersachsen nach Angaben des Landeskriminalamtes in den vergangenen vier Jahren nahezu verdoppelt. Allein in Hannover hat demnach die Zahl der gefälschten 50-Euro-Scheine im ersten Halbjahr 2005 um 450 Prozent zugenommen.

Nach Erkenntnissen der Polizei kommt das Falschgeld insbesondere aus den osteuropäischen Ländern, im Wesentlichen aus Bulgarien und Litauen. „Dahinter stecken organisierte und strukturierte Einheiten“, sagt Bernhard Witthaut, Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen. Dabei handele es sich um „kleine, schlagkräftige Truppen, die versuchen, auf diesem Weg Geld umzusetzen“, erklärt Witthaut.

Allerdings werde das mit Sicherheit auch über große Organisationen aufgebaut. „Man muss an die entsprechenden Papiere kommen und man muss über den normalen Farbdrucker hinaus Utensilien haben – das erfordert schon einen gewissen logistischen Aufwand“, sagt Witthaut.

In diesen Fällen sei das Geld wirklich von Experten gemacht worden, „die sich nicht nur in der Geldherstellung gut auskennen, sondern tatsächlich auch richtige Fälscherwerkstätten betreiben“.

Gezielt suchen sich die Fälscher deutsche Städte aus, um das Geld in Umlauf zu bringen (siehe Interview links).

Die Polizei versucht das Problem unter anderem auf dem Wege der Aufklärung einzudämmen. Neben Beratungseinrichtungen gebe es in weiterführenden Schulen immer wieder entsprechende Informationsrunden, erklärt Witthaut, um „die Leute zu sensibilisieren“.

Obwohl der Euro weltweit als eine der technisch sichersten Währungen gilt, erfreut er sich bei den Fälschern großer Beliebtheit. „Wir waren auch ein bisschen überrascht, dass es diese Dimension angenommen hat“, sagt Witthaut. Aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen, die bei der Herstelleung in die entsprechenden Geldscheine eingearbeitet werden, sei das Fälschen aber nicht ganz so einfach.

Als besonders beliebtes Fälschungsobjekt gilt der 50-Euro-Schein, weil dieser als gängiges Zahlungsmittel nach Expertenangaben relativ leicht in Umlauf gebracht werden kann.

Trotz des steigenden „Blüten“-Aufkommens in Niedersachsen kommen laut Bernhard Witthaut auf eine Million echter Banknoten nur 23 Fälschungen. „So gesehen ist der Euro doch relativ sicher“, meint der niedersächsische GdP-Chef.

Scheine genau Anschauen

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Falschgeld erkennt man bei den Fünf- bis 20-Euro-Scheinen an einem Spezialfolienstreifen, der im Wechsel das Euro-Symbol oder die entsprechende Wertzahl des Scheins als Hologramm zeigt. Außerdem ist auf der Rückseite ein goldener Streifen erkennbar.

Scheine sollte man sich grundsätzlich genau angucken, rät der niedersächsische GdP-Chef Bernhard Witthaut. „Wenn man sich nicht ganz sicher ist, sollte man den Schein im Zweifelsfall nicht annehmen“, sagt Witthaut. Sei man nämlich erst einmal im Besitz eines falschen Geldscheines, bekomme man diesen, wenn man ihn bei der Bank oder Polizei abgibt, auch nicht wieder. „Ausgetauscht werden die falschen Schein dort nämlich nicht“, stellt Witthaut klar.

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